„König Fußball“ regiert in Krems

Erstellt am 29. Mai 2018 | 05:35
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Der Hofbräu-Biergarten war schon bei der Europameisterschaft 2016 Anlaufpunkt Nummer eins für Fußball-Fans.
Foto: Archiv/Chris Leneis
Am 14. Juni startet Fußball-Weltmeisterschaft. Gastronomie, Elektronik- und Sportartikelhändler freuen sich.

Freunde des runden Leders haben den 14. Juni rot im Kalender eingeringelt. Denn an diesem Tag beginnt mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ein wahrer Festmonat für sie. Das größte Sportereignis der Erde hat natürlich nicht nur im Gastgeberland große Bedeutung. Weltweit profitieren einzelne Branchen vom Fußballfieber, so auch in Krems, wo die Vorbereitungen schon auf Hochtouren laufen.

Großer Profiteur der 64 Spiele umfassenden Weltmeisterschaft ist die Gastronomie, insbesondere jene Lokale, die Spiele auf Leinwänden übertragen. Die Vorreiterrolle in dieser Kategorie hat in Krems das Hofbräu am Steinertor inne. Im beschatteten Biergarten kamen die Fußball-Fans schon bei der Europameisterschaft 2016 voll auf ihre Kosten.

Experten-Analysen im Hofbräu am Steinertor

Hausherr Othmar Seidl ist bereits jetzt voller Vorfreude: „Die WM wird sicher wieder ein Highlight werden. Unsere riesige Videowall liefert auch bei Sonneneinstrahlung gestochen scharfe Bilder.“ Für zusätzlichen Anreiz sollen außerdem Auftritte von prominenten Ex-Kickern sorgen, die in der Halbzeit und nach Spielende die Partien analysieren.

Die Abwesenheit von Österreich bei der WM ist für Seidl zwar „ein kleiner Dämpfer“, der Hofbräu-Chef hat getreu der Heimat seines Betriebes aber einen anderen Favoriten: „Ich drücke natürlich Deutschland die Daumen. Wir haben generell ein sehr internationales Publikum, da ist es verschmerzbar, dass unser Nationalteam heuer nicht dabei ist.“

„Wir haben ein sehr internationales Publikum, da ist es verkraftbar, dass Österreich nicht dabei ist.“ Othmar Seidl über eine WM ohne Rot-Weiß-Rot

Auch in der „Quba“ in der Kremser Altstadt kommen die Gäste in den Genuss einer Leinwand-Übertragung. Lokalbetreiber Armin Oswald sieht das Hofbräu übrigens nicht als Konkurrenz. „Wir haben genauso unser Stammpublikum wie sie. Zu uns kommen viele deutsche Studenten, da gibt es sicher eine Top-Stimmung.“

Wer kein Public-Viewing-Feeling braucht, aber trotzdem im Lokal WM-Spiele anschauen möchte, der hat in Krems und seiner Umgebung eine große Auswahl. So läuft beispielsweise auch im „2stein“ (Krems-Stein), im „Lumpazi-Bräu“, im „PortoVelo“ (beide Hollenburg) oder auch im „Liubisa“ (Langenlois) der Kick aus Russland.

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Sport-2000-Chef Wolfgang Hadrbolec (rechts, mit Kunde Ali Strugalioski) freut sich über einen Verkaufs-Push durch die WM.
Foto: Johann Lechner

Ebenso gewinnbringend wie für die Gastronomie ist die Fußball-WM für den Sportartikelhandel, das spürt auch Wolfgang Hadrbolec, Inhaber des frisch in den Gewerbepark übersiedelten Sport-2000-Geschäfts. „Die Medien sind voll mit dem Thema, das kommt uns natürlich zugute. Wenn jetzt dann noch die letzten Testspiele steigen, dann rückt auch der neue WM-Ball in den Fokus.“ Der kostet in der Originalausführung übrigens satte 150 Euro. „Die Leute kaufen deswegen eher die nachgemachte, billigere Version. Für Kinder und Hobbykicker ist das vollkommen ausreichend“, weiß Hadrbolec.

Für Fußball-Interessierte, die gerne auf der eigenen Couch die Spiele anschauen, ist eine Weltmeisterschaft oft ein idealer Anlass, in ein neues TV-Gerät zu investieren – das freut wiederum Thomas Kurz, Geschäftsführer von Radiodoktor Novotny in der Oberen Landstraße: „Genauso relevant sind auch Kühlschränke. Ein Bier gehört zum Fußball für viele dazu.“

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