Pläne für Krems: Schönere Plätze, mehr Grün. Badearena rückte angesichts innovativer Konzepte für mehr Lebensqualität in den Hintergrund.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:52)
Bürgermeister Reinhard Resch (Vierter von links) und Hausherr Hansjörg Henneis (Vierter von rechts) von der Kremser Bank mit den Referenten der Zukunftskonferenz: Reinhard Weitzer, Daniela Trauninger, Günter Kammerer, Thomas Hruschka, Christine Rottenbacher, Kurt Lenitz, Günter Herz und Christian Braun.
Johann Lechner

Zehn Jahre bleiben noch, um Krems zur lebenswertesten Kleinstadt im gesamten Donauraum zu machen. Um dieses ambitionierte, 2016 durch den Gemeinderat beschlossene Vorhaben nicht aus den Augen zu verlieren, sprechen Jahr für Jahr Politiker, Behördenvertreter und kreative Köpfe der Zivilgesellschaft auf der Zukunftskonferenz über Möglichkeiten, die Lebensqualität in Krems zu verbessern. Passiert ist das auch bei der diesjährigen Auflage, die am vergangenen Freitag im Ferdinand-Dinstl-Saal der Kremser Bank stattgefunden hat.

120 Teilnehmer, kaum vorzeitige „Nachhausegeher“

Rückblickend betrachtet war es eine bemerkenswerte Veranstaltung. Nicht nur, weil der Neubau der Badearena wider Erwarten nicht der aufregendste Punkt der Tagesordnung war. Es war eine der kurzweiligsten Zukunftskonferenzen der jüngeren Vergangenheit. Vier Stunden vergingen inklusive einer Verschnaufpause wie im Flug, vorzeitige „Nachhausegeher“ gab es unter den über 120 Teilnehmern so gut wie keine. Die Veranstaltung hätte wohl auch drei Stunden länger dauern können, und der Diskussionsstoff wäre nicht ausgegangen.

Zu verdanken war die Lebendigkeit der Veranstaltung allen voran den drei charismatischen Referenten Thomas Hruschka, Peter Molnar und Daniela Trauninger, die mit ihren Begrünungs- und Belebungskonzepten viel Zustimmung erfuhren – auch Bürgermeister Reinhard Resch, der im Vorjahr nach der Präsentation einer hunderte Millionen Euro teuren Sportmeile sofort auf die Bremse stieg, spürte die positive Energie und bat am Ende des Abends darum, „die tollen Ideen jetzt nicht versanden zu lassen und sie Schritt für Schritt zur Umsetzung zu bringen“.

Land gestaltet Platz um die Landesgalerie neu

Passend zu der allgemeinen Unterstützung für die Schaffung grüner Oasen als Antwort auf immer extremere Wetterverhältnisse informierte Resch, dass der Platz rund um die Landesgalerie bis zum Sommer um rund 300.000 Euro umgestaltet wird. Zuvor hatte es viel Kritik an der großflächigen Bodenversiegelung und wegen des geringen Baumbestands gegeben. Messungen ergaben im vergangenen Sommer Extremtemperaturen von bis zu 65 Grad um die Asphaltwüste Landesgalerie (die NÖN berichtete).

Brütend heiß wird es in Krems im Sommer auch in seinen vielen historischen Bauwerken, das weiß Daniela Trauninger, die Leiterin des Zentrums für Bauklimatik und Gebäudetechnik an der Donau-Universität Krems. Für das Projekt „Greenovate Krems“ analysierte sie die Möglichkeiten für Gebäudebegrünung in Krems. „Das Potenzial ist sehr hoch. In Krems wird es bis 2050 um ein bis zwei Grad mehr haben als heute. Mit großflächiger Begrünung könnte man die Temperatur um bis zu zwölf Grad absenken“, sagt Trauninger.

Den ersten Applaus des Abends erntete der Kremser Thomas Hruschka, der in der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Wien arbeitet. Mit seinem Projekt „Unsere Piazza“ fordert er die Nützung von Plätzen als qualitative Aufenthaltszonen nach mediterranem Vorbild. Er kritisiert, dass die Plätze in Krems lediglich als Abstellmöglichkeit für Autos dienen und dabei auf die Menschen vergessen worden sei.

Mehr Fußgänger- und Radfahrerfreundlichkeit forderte Peter Molnar mit seiner Präsentation eines attraktivierten Grünmarktes und eines 1,6 Kilometer langen Boulevards von der Kunstmeile in die Innenstadt.

Umfrage beendet

  • Werden die Projekte der Zukunftskonferenz umgesetzt?