„Brauchen wir noch neue Supermärkte in Österreich?“. „Immer wieder ist in der NÖN über geplante neue Supermarkt-Standorte zu lesen, aktuell in Mank und Persenbeug/Gottsdorf."

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Februar 2019 (14:30)

"Kommunen aller politischen Couleurs leisten sich im Zeitalter des Klimawandels, extremer Bodenverschwendung bei nur 37% ackerfähigem Boden an der Gesamtfläche und einer tragischen Lebensmittel-Wegwerfpraxis fragwürdige Entscheidungen.

Wenn mehr als ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel, täglich so viel Brot, wie die Stadt Graz verbraucht, weggeworfen wird, ist es eher logisch, ein Drittel der bestehenden Supermärkte zu schließen. Dazu bezeichnende Daten von 2015: in Österreich 1,8 Quadratmeter pro Kopf Supermarktfläche, in Deutschland und Italien nur ein Quadratmeter. Weiters: In den letzten Jahren wurden täglich 15 bis 22,4 Hektar (täglich ein Bauernhof) versiegelt, bei gleichbleibender Entwicklung stehen den Österreichern pro Kopf in 30 Jahren 1.000 Quadratmeter Ackerfläche (3.000 Quadratmeter wären aber nötig) und in etwa 200 Jahren kein einziges Hektar Ackerland überhaupt zur Verfügung.

Der verantwortungslose Umgang mit der begrenzten Ressource Boden durch die österreichische Politik wird auch dadurch deutlich, dass in Österreich pro Jahr die doppelte Agrarfläche wie im vergleichbaren Bayern versiegelt wird (Ing. Weinberger-Hagelversicherung). Das heißt im Allgemeinen: Die österreichische Politik hat radikal umzudenken. Und im Besonderen: Wir brauchen keinen einzigen Supermarkt mehr! Den politischen Verantwortlichen sei geraten, sich bei der österreichischen Hagelversicherung der Universität für Bodenkultur und beim Statistischen Zentralamt über die Entwicklung zu informieren und dem alles beherrschenden Wachstumsfetischismus abzuschwören und enkeltaugliche Politik zu machen.“

Karl Leopold, Mank

Leserbrief zu den Berichten der NÖN über neue Filialen von Lebensmittelhändlern in der Region.