„Es bedarf einer neuen Ausrichtung“. Als 2003 Christoph Prinz (Liste Flammer) Bürgermeister wurde, vollzog er eine Wendung in der Verkehrspolitik.

Erstellt am 30. Januar 2019 (15:41)

Die von der Gemeinde betriebene, durch eine Unterschriftenaktion (6.013 Befürworter) geforderte und von LH Erwin Pröll unterstützte Umfahrung von Gainfarn und Sooß wurde „abgedreht“. Die zwei umgesetzten A2-Anschlüsse waren auch in den Forderungen enthalten. Der riesige Kreisverkehr beim A2-Anschluss Kottingbrunn war von den Planern auf eine Gainfarn-Umfahrung ausgerichtet.

Keine neuen Straßen: Könnte man heute Gainfarn umfahren, wäre die Hochstraße durch Abtausch vermutlich längst eine Gemeindestraße, auf der die Gemeinde Gestaltungsmöglichkeiten hätte, von Geschwindigkeitsreduzierung bis zum Lkw-Fahrverbot und der Durchzugsverkehr wäre reduziert.

Verkehr zu 80 Prozent hausgemacht, nur 20 Prozent Durchzug: Es kommt immer auch darauf an, wo und wann man zählt, was für ein Ergebnis man haben will, was man in ein Ergebnis hineininterpretiert, usw.

Erwünschte verdichtete Verbauung: Hat man dafür infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen? Trotz viel Verkehr und Parkraumdilemma zieht man so mehr Verkehr und Parkplatzsuchende an. Man verbaut das Tremelhofareal. Hätte man dort nicht Parkraum schaffen können?

Zu Fuß gehen und mit dem Rad fahren: Will man die Vöslauer umerziehen?

Fahr nicht fort, kauf im Ort: Die Vöslauer Verkehrspolitik hat dazu beigetragen, dass im Zentrum ein Wohlfühlambiente fehlt.

Hat Bad Vöslau einen Masterplan, um die Stadt kontinuierlich positiv zu entwickeln? Ich fürchte, dass man den nicht hat. Oder zumindest nicht wirklich.

Eine Änderung der Situation kann nur die nächste Gemeinderatswahl (März 2020?) bringen. Es bedarf dazu einer komplett neuen personellen und konzeptmäßigen Ausrichtung mindestens einer Vöslauer politischen Kraft oder einer neuen Bürgerliste mit Ideen, die energisch umgesetzt werden.

Peter Selb, Bad Vöslau

Betrifft: Äußerungen von Wirtschaftsstadtrat Thomas Schneider zum Vöslauer Stadtzentrum, Badener NÖN KW 03, 2019