„Keine Bedenken bei Ethik-Unterricht“. Mit großer Verwunderung las ich die Stellungnahme von Frau Mag. Angela Lahmer-Hackl, die Religionslehrkräften implizit die Befähigung, das Fach Ethik ohne Zusatzstudium zu unterrichten – wie es der Bildungsminister andenkt –, abspricht.

Erstellt am 19. Februar 2019 (08:37)

In meinem Studium der Religionspädagogik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule kam ich in den Genuss zum Teil sehr umfangreicher Vorlesungen und Seminare in Ethik, Philosophie, Soziologie, Moral, Religionswissenschaften, Pädagogik und sogar Medizin – freilich im Licht des biblisch-christlichen Menschenbildes. Dass in einem künftigen Ethiklehrplan unsere abendländische Tradition stärkeres Gewicht haben sollte als esoterische Heilslehren, steht wohl außer Frage.

Die regelmäßigen Fortbildungen für das Fach Religion behandeln mittlerweile zumeist ethische und soziale Aspekte, während klassische Glaubensinhalte in den Hintergrund rücken. Ganz zu schweigen von Themen und Problemstellungen, die von Jugendlichen in den Unterricht hineingetragen werden und denen wir uns stellen müssen.

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen im Schulunterricht teile ich die angeführten Bedenken daher nicht.

Kurt Neumeyr, Fachkoordinator für Religion am BRG/BORG

Reaktion auf den Artikel „Positive Erfahrungen mit Ethik“, Woche 05, Seiten 2 und 3.