Leitbild Stein wäre eine „Hausaufgabe“. Wie ich aus dem Artikel entnehme, hat die Stadt Krems für die Erstellung dieses Leitbildes 85.000 Euro „reserviert“ – eine beträchtliche Summe!

Erstellt am 21. Oktober 2019 (14:29)

Es scheint mittlerweile zu den „Lieblingsbeschäftigungen“ der politisch Verantwortlichen (auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene!) zu gehören, immer öfter kostspielige externe Berater zu beauftragen und die Arbeit von den (durchaus gut bezahlten) Mitarbeitern der jeweils zuständigen Behörden auszulagern. Damit hat man weniger (bis gar keine) Verantwortung mehr (und kann sich im Bürosessel bequem zurücklehnen).

Was soll der ziemlich nebulose Begriff „Leitbild“ bedeuten?

Inhaltlich geht es um die Erstellung eines Verbauungs-, Verkehrs- (und hoffentlich auch eines Begrünungs-)Projekts für das „Einfahrtstor“ der Stadt Krems, durch das jedes Jahr tausende Besucher den ersten Eindruck von unserer Stadt gewinnen.

Mit Gemeinderatsbeschluss von Juni 2019 wurde die Firma stadtland, DI Sibylla Zech GmbH, mit der Erstellung des Leitbildes beauftragt. Dazu stelle ich mir als Kremser Steuer- und Abgabenzahler schon einige Fragen. Die Stadt Krems leistet sich zwei Magistratsabteilungen, und zwar die Abteilung Baudirektion und Stadtentwicklung sowie das Amt für Stadt- und Verkehrsplanung, beide unter Leitung von Baudirektor Reinhard Weitzer. Als Zuständigkeiten werden in der Homepage der Stadt auch Siedlungsentwicklung, Stadtentwicklung Krems 2030 und Stadterneuerung, beim Amt für Stadtplanung auch Flächenwidmung, Stadtplanung, Verkehrsplanung angeführt.

Meiner Ansicht nach wäre es daher die ureigenste Aufgabe dieser beiden Magistratsabteilungen (und deren – hoffentlich – hoch qualifizierter Mitarbeiter), ihre „Hausaufgaben“ zu machen und entsprechende Konzepte (u. a. für den Ortsteil Stein) zu erstellen.

Angesichts der ohnehin angespannten finanziellen Lage der Stadt Krems ist es bemerkenswert, dass für die externe Beauftragung zur Erledigung dieser behördlichen Aufgaben ein „stolzer“ Betrag von 85.000 Euro aufgewendet wird.

Dr. Christoph Brenner, Krems

Zum Bericht „,Kulturbezirk’: Ein Leitbild für Stein (Kremser NÖN 40/2019, Seite 18)