Krems

Erstellt am 27. Dezember 2018, 07:37

Mehr Einnahmen als einziges Steuerziel. Leserbrief zur Budgetsitzung des Gföhler Gemeinderats.

Im Bericht wird die Argumentation der Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger hinsichtlich der Verdoppelung der Hundeabgabe (für „Luxushunde“) angeführt: „Die Problematik in der Stadt ist bekannt. Die Bürger kommen regelmäßig ins Gemeindeamt und beschweren sich.“ Mit Verlaub: Diese Begründung ist hanebüchen!

Abgesehen davon, dass uns unser Hund es natürlich auch 40 Euro im Jahr wert ist, ausgeführt zu werden, und dass jede Verunreinigung abzulehnen ist, sollte man doch die Kirche im Dorf lassen. Abgaben und Steuern haben nur zwei Gründe: Unkosten der Gemeinde zu decken und Einnahmen für die Gemeinde zu lukrieren, um damit Ausgaben – welche auch immer! – zu bestreiten. Da ich noch nie einen Gemeindearbeiter gesehen habe, der Hundekot beseitigt, kann es sich also nur um Einnahmenmaximierung handeln.

Wenn ich der Argumentation der Bürgermeisterin geistig folgen kann, hat sie so gehandelt, weil sich „Bürger beschweren“. Die Frage, die sich mir stellt: Wie viele Bürger muss ich mobilisieren, damit Wassergebühr, Kanalgebühr, Aufschließungsabgabe und Friedhofsgebühr nachhaltig gesenkt werden? Genügt es vielleicht, wenn ich allein täglich aufs Gemeindeamt komme, um mich zu beschweren?

Apropos Verunreinigung: Denkt die löbliche Gemeindeverwaltung auch darüber nach, eine „Rossknödelsteuer“ einzuführen? Im Vergleich zu vielen Hunden hinterlassen die nämlich weit schwerwiegendere Ausscheidungen!

Friedrich Weber, Gföhl

Zum Bericht über die Budgetsitzung des Gföhler Gemeinderats (Kremser NÖN, Woche 51/2018, Seite 32):