Lilienfeld kauft nun ehemalige Asylquartiere. Einigung über Erwerb der Objekte „Lolita“ und „Breitler“: Aus für Flüchtlingsunterkünfte damit gewiss.

Von Markus Zauner. Erstellt am 25. Juni 2019 (04:35)
NÖN
Der Erwerb des ehemaligen Hotels „Lolita“ ist im Kaufpaket, das im Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde, enthalten.

 NÖN-Leser sind exklusiv über die Kaufabsichten der Stadt im Bilde. Im Gemeinderat wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht, die Mandatare segneten den Erwerb der Asylquartiere ehemaliges Hotel „Lolita“ und Ex-Gasthaus „Breitler“ sowie einer Wohnung in der Castellistraße 44 ab — drei Objekte, die im Besitz der Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH stehen.

Firmenchef Herbert Eder versichert auf NÖN-Anfrage, den Kaufvertrag mit der Gemeinde über 450.000 Euro zu unterzeichnen, womit der Deal perfekt ist.

Rechtswirksam werden soll der Vertrag im Laufe des Sommers. In der zweiten Jahreshälfte ist mit der Räumung der Objekte durch Eder zu rechnen.

NOEN
„Die Lolita war beinahe 40 Jahre ein Asylquartier“, weiß Bürgermeister Wolfgang Labenbacher.

Die Pläne der Stadtführung für die Asylquartiere „Lolita“ und „Breitler“ bekräftigte ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Labenbacher im Gemeinderat. Demnach sollen in beiden Gebäuden keine Flüchtlinge mehr untergebracht werden.

Geplant ist eine anderweitige Nutzung, möglicherweise in Form von Wohnungen. Labenbacher erinnerte auch an die Beweggründe für den Kauf: „Die Lolita war beinahe 40 Jahre ein Asylquartier. Probleme und Beschwerden hat es immer gegeben.“

Anderweitige Nutzung ist geplant

Wobei das Konfliktpotenzial vielschichtig gewesen sei — von Geruchs- und Müllbeschwerden über hohe Kosten für die Rettung bis hin zu Polizeieinsätzen. Weitere Wortmeldungen gab es nicht, der Kaufvertrag wurde einstimmig verabschiedet, also (in Abwesenheit des FPÖ-Mandatars) von allen anwesenden ÖVP- und SPÖ-Gemeinderäten.

Eder will sich ganz aus Asylwesen zurückziehen

Gravogel, privat

Im NÖN-Gespräch kündigt Herbert Eder, einst größter privater Flüchtlingsunterkunftbetreiber im Land, indes den stufenweisen Rückzug als Asylquartiergeber an: „Gegen Jahresende wollen wir fast gegen Null sein. Das ist das erklärte Ziel.“ In der Bezirkshauptstadt Lilienfeld beherbergt Herbert Eder seinen Angaben zufolge aktuell ohnehin nur mehr weniger als 20 Flüchtlinge.