Bezirk Lilienfeld: Entspannung am Arbeitsmarkt hält an

Die Zahl der Jobsuchenden ist im Bezirk um 22 Prozent gesunken. Problemkind bleibt die Langzeitarbeitslosigkeit.

Erstellt am 18. Oktober 2021 | 05:12
Margareta Selch Symbolbild Bezirk Lilienfeld AMS Arbeitsmarkt Entspannung hält an
„Wir werden die Strategie der raschen und konsequenten Vermittlung unverändert fortführen“, betont Margareta Selch (links im Bild), Geschäftsstellenleiterin des AMS Lilienfeld.
Foto: fotonovo.at/Novotny (Selch) bzw. APA/Pfarrhofer

Im September ist die Arbeitslosigkeit unter die Werte der Vergleichsmonate 2020 und 2019 gefallen. „Wir werden die Strategie der raschen und konsequenten Vermittlung unverändert fortführen, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken“, analysiert Margareta Selch, Geschäftsstellenleiterin des AMS Lilienfeld, das Minus von 22 Prozent (176 Personen) im Vergleich zum September 2020.

Margareta Selch Symbolbild Bezirk Lilienfeld AMS Arbeitsmarkt Entspannung hält an
„Wir werden die Strategie der raschen und konsequenten Vermittlung unverändert fortführen“, betont Margareta Selch, Geschäftsstellenleiterin des AMS Lilienfeld. Foto: fotonovo.at/Novotny
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Mit der flotten Vermittlungstätigkeit durch ihre Berater hätten im September 106 freie Stellen mit geeigneten Arbeitsuchenden besetzt werden können. „Das bedeutet gegenüber dem Vorkrisenjahr ein Plus von 38,7 Prozent und gegenüber dem Vorjahr ein kräftiges Plus von 45,3 Prozent,“ betont Selch. Zusätzlich zu den 623 arbeitslos gemeldeten Personen befanden sich 162 Arbeitsuchende in einer vom Arbeitsmarktservice (AMS) geförderten Weiterbildung.

Nach wie vor profitieren laut Selch alle Altersgruppen vom Beschäftigungsplus. Bei den Älteren (ab 50 Jahre) steht ein Rückgang der Arbeitslosigkeit von 20,3 Prozent zu Buche. „Auch für jugendliche Arbeitsuchende – das sind beachtliche minus 32,9 Prozent – haben sich die Chancen auf einen beruflichen Wiedereinstieg laufend deutlich verbessert“, verdeutlicht die AMS-Chefin. Und: Im September 2021 profitierten die Frauen (minus 22,3 Prozent Jobsuchende) wieder etwas stärker als die Männer (minus 21,8 Prozent).

Problematisch hingegen: Die Gesundheits- und Wirtschaftskrise habe zu einer enormen Verfestigung von Arbeitslosigkeit geführt, weiß Selch. Demnach sei rund jeder vierte Arbeitslose bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche. Mit kleinen Schritten erkenne man aber auch hier eine positive Veränderung: „Bei der Langzeitarbeitslosigkeit über sechs Monate zeigt sich ein Rückgang von 31,3 Prozent und bei über zwölf Monaten hat sich mit einem Plus von 6,6 Prozent die Intensität etwas eingebremst.“

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Unterstützt werden Betriebe, die Langzeitarbeitslose einstellen, mit Lohnkostenförderungen wie dem Programm „Sprungbrett“, einer Eingliederungsförderung mit attraktiver Förderdauer und Förderhöhe vorerst bis Jahresende.

Die Arbeitskräftenachfrage befindet sich indes ungebremst im Allzeithoch. 521 freie Arbeitsplätze gibt es im Bezirk, um 204 oder 64,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Es sind weiterhin kreative Lösungen und maßgeschneiderte Qualifizierung gefragt, um die Arbeitskräftenachfrage abzudecken“, betont Selch.