Sanierungsplan für Eder-Insolvenz angenommen. In aktuell 32 Unterkünften der Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH sind 363 Flüchtlinge untergebracht. Der Schwerpunkt soll künftig auf Wohnungsvermietung gelegt werden

Von NÖNat Online-Team und Redaktion, APA. Erstellt am 14. Mai 2019 (13:01)
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Der Sanierungsplan für den niederösterreichischen Asylquartierbetreiber Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH ist am Dienstag am Landesgericht St. Pölten von den Gläubigern angenommen worden. Vorgesehen ist eine Quote von 20 Prozent. Die Forderungen betragen sechs Millionen Euro, teilten AKV und Creditreform nach der Tagsatzung in Aussendungen mit.

Das insolvente Unternehmen mit Sitz in Lilienfeld betreibt laut Creditreform als SLC Asylcare die größte private Asylbetreuung Niederösterreichs. In den aktuell noch 32 Unterkünften sind 363 Flüchtlinge untergebracht. "Da mit einem weiteren Rückgang an zugewiesenen Asylwerbern zu rechnen ist, soll der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit in Zukunft auf die Wohnungsvermietung gelegt werden", berichtete Creditreform.

Die 130 Gläubiger erhalten insgesamt 20 Prozent ihrer Forderungen. Eine Barquote von zehn Prozent ist bis 30. Juni beim Insolvenzverwalter zu hinterlegen, weitere je fünf Prozent sind binnen einem Jahr und zwei Jahren zu zahlen. Hauptgläubiger seien Banken, Lieferanten und die öffentliche Hand.

Von ursprünglich einer Unterkunft im Jahr 2010 war die Kapazität des Unternehmens 2015 stark gestiegen. In Spitzenzeiten wurden bei der Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH mit bis zu 140 Beschäftigten in 150 Flüchtlingsquartieren 1,5 Millionen Euro pro Monat umgesetzt, teilte Creditreform mit. Bei Insolvenzeröffnung im Februar wurden noch insgesamt 56 Unterkünfte betrieben, davon 35 im Waldviertel. "Durch Schließungen und Zusammenlegungen wurden diese im Zuge des Sanierungsverfahrens auf 32 Unterkünfte reduziert. Die meisten Quartiere wurden im Waldviertel geschlossen", hieß es in der Aussendung.

"Aufgrund ständig sinkender Flüchtlingszahlen mussten bereits mehrere Asylquartierbetreiber Insolvenz anmelden", sagte Insolvenzexperte Stephan Mazal von Creditreform. Im Dezember 2018 wurde Konkurs über den im Flüchtlingsbereich tätigen Verein "menschen.leben" mit Sitz in Baden eröffnet.