Bezirk Lilienfeld am Weg zum Hochrisikogebiet

Corona-Zahlen schnellen in die Höhe. "Hält der Trend an, ist bis spätestens Ende der nächsten Woche damit zu rechnen, dass der Bezirk zum Hochrisikogebiet erklärt wird", schlägt Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller Alarm.

Erstellt am 24. Oktober 2021 | 14:54
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Im Hintergrund rüsten sich Exekutive und Behörde für Ausreisekontrollen, bestätigt Lilienfelds Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller.
Foto: privat

Ausreisekontrollen, wie aktuell in den Bezirken Melk und Scheibbs, nahen nun auch für Lilienfeld mit Riesenschritten. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) meldete mit Stand Sonntag nach zuletzt stark gestiegenen Corona-Infektionen eine Sieben-Tage-Inzidenz (Fallzahlen pro 100.000 Einwohner) von 675,2 (Niederösterreich-Schnitt 275,9). Damit wurde im Bezirk, in dem mittlerweile über 60 Prozent der Bevölkerung vollimmunisiert sind, erstmals die kritische Marke von 600 überschritten. "Hält der Trend an, ist bis spätestens Ende der nächsten Woche damit zu rechnen, dass der Bezirk Lilienfeld zum Hochrisikogebiet erklärt wird", schlägt Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller Alarm. Dann wäre, wie in Melk und Scheibbs, das Verlassen des Bezirkes nur mit gültigem 3G-Nachweis erlaubt, die Polizei müsste auch in Lilienfeld Kontrollen durchführen. Im Hintergrund rüsten sich Exekutive und Behörde bereits für dieses Szenario, bestätigt Kemetmüller. Polizei-Dienstbesprechungen und Bürgermeister-Konferenz seien bereits terminisiert.

Besonders prekär ist die Lage aktuell in der 1.300-Seelen-Gemeinde Eschenau, wo mit Stand Sonntag über 40 Corona-Erkrankte gezählt wurden - das sind mehr als in der einwohnerstärksten Bezirksgemeinde St. Veit. Hauptverantwortlich für die hohen Eschenau-Zahlen ist ein Cluster nach einem privaten Treffen, wie das Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) bereits in der Vorwoche bestätigt hatte.