Blutspenden: Roter Saft, der Leben rettet. Erstspender werden in Zeiten von Corona weniger, auf die Stammspender ist laut Rotem Kreuz weiterhin Verlass.

Von Gila Wohlmann und Nadja Straubinger. Erstellt am 12. August 2020 (04:04)
Der Lilienfelder Herbert Wagner hat mittlerweile 122 Mal Blut gespendet. Außerdem engagiert er sich bei „Essen auf Rädern“ und der „Tafel“.
Iris Kellersperg/Rotes Kreuz

Die Corona-Pandemie hat vieles im Alltag verändert, nicht verändert hat sich hingegen der Bedarf an Blutkonserven. Dieser ist ungebrochen. Mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen organisieren Rettungsstellen in Kooperation mit der Blutbank nun ihre Blutspendeaktionen. Es sollte nur spenden, wer sich gesund und fit fühlt, die Spender sollten alleine kommen, es wird Fieber gemessen und ein Gesundheitscheck gemacht.

Unter diesen geänderten Abläufen gehen auch die Blutspendeaktionen beim Roten Kreuz Traisental über die Bühne. „Die Jahresplanung aller Blutspendetermine kann eingehalten werden“, informiert Christopher Scheidl-Ibrahim vom Roten Kreuz Traisental. Es gibt noch strengere Hygienemaßnahmen, größere Abstände zwischen den Blutspendeplätzen und es werden Mund-Nasen-Schutzmasken getragen. Zum Teil wurden die Aktionen in größere Räumlichkeiten wie etwa Turnsäle und Veranstaltungshallen verlegt. Auch die Dankesverpflegung mit Würstel fällt aktuell aus. „Die Urkunden-Verteilung und eventuelle Ehrungen für Spende-Jubiläen unterlassen wir auch, um Menschenansammlungen zu vermeiden. So wie vorgesehen, achten wir besonders auf die Einhaltung der Mindestabstände“, führt der Rotkreuz-Mann aus. Trotz Sicherheitsvorkehrungen zeigt sich ein Rückgang bei der Spendenbereitschaft. Insbesondere die Erstspender seien weniger geworden. „Unsere Blutspende-Aktionen laufen jedoch weiter wie bisher. Wir müssen aber extra Werbung machen, damit sich genügend Menschen für eine Blutspende bereit erklären“, gibt Scheidl-Ibrahim zu bedenken und lobt die Stammspender.

„Man kann damit Leben retten und man weiß ja auch nie, ob man nicht selbst einmal in die Lage kommt.“ Herbert Wagner, Vielspender

Keine Werbung braucht der Lilienfelder Herbert Wagner (74). Er geht seit seiner Zeit beim Bundesheer regelmäßig Blutspenden. Mittlerweile hat er es auf 122 Mal gebracht. Als Polizist in Lilienfeld konnte er zum Teil auch während der Dienstzeit zum Blutspenden gehen.

„Wann immer es möglich war, habe ich das gemacht“, führt Wagner aus. Aber nicht nur in seiner Heimatgemeinde, es zog ihn in den ganzen Bezirk, um zu helfen. Und genau darum geht es ihm: „Man kann damit Leben retten und man weiß ja auch nie, ob man nicht selbst einmal in die Lage kommt, dass man eine Blutkonserve benötigt.“ So zogen die Jahre dahin und seine Spendenbereitschaft wurde nicht weniger. „Ich hätte nie gedacht, dass ich auf so viele Spenden komme“, sagt Wagner. Langsam muss der umtriebige Pensionist – er ist auch bei „Essen auf Rädern“ und der „Tafel“ engagiert – jedoch ans Aufhören denken. „Jetzt bin ich 74 und mir wurde nahegelegt, es langsam ausschleichen zu lassen“, erklärt Wagner. Einmal will er aber auf jeden Fall noch spenden. „Es hat mir selbst auch immer gut getan. Danach fühlt man sich noch gesünder.“

Ein früherer Kollege von Wagner ist der Türnitzer Exekutivbeamte Christian Schöberl. Er war bereits 75 Mal Blutspenden. „Das erste Mal war ich, als ich beim Bundesheer meinen Grundwehrdienst absolviert habe“, erinnert er sich. Blutspenden ist ihm einfach wichtig, „um anderen zu helfen“, wie er betont. Er selbst ist bislang glücklicherweise noch nie in die Lage gekommen, auf eine Blutkonserve angewiesen zu sein. Keiner sei aber davor gefeit. Er empfiehlt, dass die Blutspendetermine immer direkt der Landespolizeidirektion bekannt gegeben werden. „Dann erfahren wir davon und können auch die Kollegen darauf hinweisen“, sagt er, denn in der Polizeimannschaft gibt es mehrere Personen, die dann Aderlass geben. Er selbst geht zwei bis drei Mal jährlich Blutspenden, auf den Rot-Kreuz-Stellen Türnitz wie auch Lilienfeld.

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