Frauen in der Politik: Bezirk liegt über dem NÖ-Schnitt. Bürgermeisterinnen, Vizebürgermeisterinnen, Gemeinderätinnen: Lilienfeld liegt bei Vergleich im Spitzenfeld.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 05. März 2019 (03:38)
privat
Annabergs Bürgermeisterin Petra Zeh.

Mit zwei Bürgermeisterinnen schafft es der Bezirk Lilienfeld auf Platz fünf bei den NÖ-Bezirken mit dem höchsten Frauenanteil, mit fünf Vizebürgermeisterinnen sogar auf Platz drei, nur geschlagen von Gmünd und Horn.

NOEN

Seit mittlerweile 17 Jahren steht Petra Zeh (VP) an der Spitze der Gemeinde Annaberg. „Im Jahr 2000 wurde ich gefragt, ob ich mich für ein Amt im Gemeinderat interessiere und kandidieren möchte“, erinnert sich die Bürgermeisterin. Weil sie die Arbeit mit Menschen immer interessiert hat, entschied sie sich, das Angebot anzunehmen. Sie startete als geschäftsführende Gemeinderätin, im Dezember 2000 wurde sie Obfrau der ÖVP in Annaberg. Nach einem kurzen Intermezzo als Vizebürgermeisterin folgte sie 2002 ihrem Vorgänger, der krankheitsbedingt aufhören musste, nach. „Ich komme als Krankenschwester aus einem sozialen Bereich, deshalb liegt mir dieser auch besonders am Herzen“, betont Zeh.

Auch Ramsau steht eine Frau vor. Gertraud Steinacher (VP) ist dort seit Oktober 2016 Bürgermeisterin. In Vereinen war sie schon vorher aktiv, in der Politik nicht. „Ich habe damals lange mit meinem Vater gesprochen, weil er früher Parteiobmann war. Dann habe ich mir gesagt, ich probiere es“, so Steinacher. Weil damals der gesamte Gemeinderat geschlossen zurücktrat, seien die Anfänge nicht so leicht gewesen, weil „auch alle meine Mitstreiter neu waren“. Auch ihr ist wie der Annaberger Kollegin das Soziale, wie Kindergarten, Volksschule und Senioren, wichtig.

Brigitte Gruber (SP), Vizebürgermeisterin in Hohenberg und Ortsparteivorsitzende, ist eine von fünf Vizebürgermeisterinnen im Bezirk. „Ich wollte etwas für die Gemeinde und die Bewohner bewirken“, erklärt Gruber den Schritt in die Politik. Seit 2010 ist sie im Gemeinderat, seit 2015 Ortsvorsitzende der SPÖ, Vizebürgermeisterin und geschäftsführende Gemeinderätin. „Mich freut es, dass 2015 bei der Gemeinderatswahl neben mir noch sechs weitere engagierte Frauen für die SPÖ in den Gemeinderat eingezogen sind“, hebt Gruber, der soziale Gerechtigkeit besonders wichtig ist, hervor.

Die Zusammenarbeit mit den männlichen Kollegen läuft bei allen drei Lokalpolitikerinnen gut. „Ich wurde als Frau nie anders oder schlechter behandelt. Im Gegenteil, sehr oft ist der Ton freundlicher, wenn eine Frau im Raum ist“, so Zeh. Bei Diskussionen versucht Steinacher eher ruhig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Beim Führungsstil gebe es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen, das hänge von der Persönlichkeit ab und nicht vom Geschlecht, da sind sich die befragten Politikerinnen einig. Und auch bei der Kompromissbereitschaft sehen sie ihre Stärken.

Umfrage beendet

  • Ist der Frauenanteil in der Kommunalpolitik zu gering?