Guter Ton am Fußballplatz, weil jeder jeden kennt. Bezirksklubs begrüßen neue Maßnahmen des Verbands.

Von Claus Stumpfer und Romeo Felsenreich. Erstellt am 12. März 2019 (03:15)
Fotokostic/Shutterstock.com
Fußball soll vor allem eines: Spaß machen! Manche Erwachsene am Spielfeldrand vergessen das oft.Shutterstock.com

Tobende Mütter, schimpfende Großväter, drohende Väter – die Umgangsformen auf den Fußballplätzen bei Nachwuchsspielen sind oft unschön und keinesfalls kindgerecht. Der NÖ Fußballverband hat das Problem erkannt und will mit einer Plakatkampagne gegensteuern. Erwachsenen Sportplatzbesuchern soll ihre Vorbildfunktion bewusst gemacht werden.

Das scheint bitter nötig, denn wie sollen Jungkicker zu fairen Sportlern heranwachsen, wenn ihnen neben dem Feld etwas komplettanderesvorgelebtwird? Dass man es auf und neben dem Fußballfeld mit dem einen oder anderen unsportlichen Charakter zu tun bekommt, wird man wohl nicht verhindern können. Wenn verbesserte Umgangsformen aber dazu führen, dass es sich dabei um die peinliche Ausnahme handelt, könnte diese Kampagne durchaus sinnvoll sein.

Für Rohrbachs Nachwuchsleiter Herbert Kahrer, der auch die U 13 trainiert, bewegt sich beim Landesliga-Klub „alles im normalen Rahmen“. Die Eltern seien zwar emotional, aber so solle es ja auch sein. „Wir haben einmal im Jahr einen Elternabend, da sagen wir dann auch, dass es sich um Kinderfußball handelt und man den Ehrgeiz ein wenig zurückstecken muss.“

Dass es wirklich Probleme gibt, wurde Kahrer aber als Zuschauer beim entscheidenden U-13-Match der Vorsaison bewusst, als der SKN mit einem 3:0-Auswärtssieg noch Markersdorf von der Spitze schoss. „Das war schlimm! Der Schiri hat Eltern des Platzes verwiesen, diese wollten aber nicht gehen!“

Die Wilhelmsburger Schirilegende Robert Weber beneidet Jugendtrainer daher nicht. „Die müssen eher die Eltern erziehen als die Kinder.“ Und er lobt die jungen Spieler: „Die sind heute viel disziplinierter als noch vor einigen Jahren!“

Trainer müssen ihre Vorbildfunktion sehen

Für Kahrer haben vor allem Trainer eine Vorbildfunktion. „Wenn der Trainer übermäßig ehrgeizig hineinschreit, färbt das auf die Zuschauer ab!“ Und Harald Fischer, Präsident in Hainfeld, stößt ins selbe Horn: „Unsere Trainer sind sehr väterlich zu den Spielern, übertriebener Ehrgeiz ist fehl am Platz.“

St. Aegyds Obmann Guido Wallner ist auch schon lange Jugendleiter: „Bei 99 Prozent der Spiele läuft alles zivilisiert ab und den wenigen schwarzen Schafen unter den Erwachsenen muss der Verein klar machen, dass es sich beim Kinderfußball um keine Weltmeisterschaft handelt.“ Die Regelung, dass bis zur U 10 keine Tabellen geführt werden, habe sich voll bewährt, „denn sobald es um Punkte geht, steigen die Emotionen“. Eines ist für Wallner klar: „Ohne Eltern, die viel Zeit investieren, gibt‘s keinen Jugendfußball!“

Der Türnitzer Obmann Manfred Huber kennt im Bezirk nur faire Nachwuchsteams. „Vielleicht liegt das auch daran, dass es bei uns doch sehr ländlich ist und jeder jeden kennt. Und unsere Eltern mischen sich kaum in die Trainerarbeit ein.“

Umfrage beendet

  • „Platzverbot“ für aggressive Sportnachwuchs-Fans?