Landwirte verärgert: Die Futterweide als Mistplatz. Bezirk Lilienfeld: Dosen, Flaschen oder Kot: Immer mehr Müll wird auf Wiesen entsorgt. Doch es drohen mitunter Geldstrafen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 23. Juni 2021 (04:10)
Leere Dosen werden von Wanderern oft während der Tour einfach weggeschmissen. Das kann für Weidetiere gefährlich werden, wenn sie Teile davon verschlucken – ebenso andere spitze Gegenstände. Bezirksbauernkammer-Obmann Reinhold Mader appelliert an die Vernunft, die Natur nicht zum Mistplatz verkommen zu lassen.
Mader, Mader

Hochwertiges Futter für die Weidetiere produzieren, das ist den Landwirten im Bezirk ein großes Anliegen. Wechselnde Witterung macht es oft nicht einfach, das Heu trocken einzubringen. Die heißen Tage der letzten Woche nutzten daher viele für die Heuernte. Doch was immer mehr Landwirten ins Auge sticht: Verunreinigungen der Ackerflächen und Wiesen durch Müll.

„Oft finden wir auch Hundespielzeug in der Wiese.“ Maria Kaiblinger, Rohrbacher Gemeindebäuerin

„Plastikflaschen oder Blechdosen werden einfach weggeworfen. Oft finden wir auch Hundespielzeug in der Wiese. Entdecken wir diese Gegenstände nicht rechtzeitig, dann kommen sie bei der Konservierung als Heu oder Silage in das Futter“, stellt die Rohrbacher Gemeindebäuerin Maria Kaiblinger fest. Auf Feldern neben Straßen und ebenso entlang der Wanderwege wird Müll in der Natur entsorgt. Das macht es Bauern nicht leichter, einwandfreies Futter herzustellen. „Da spielen hygienische Faktoren eine große Rolle“, gibt Kaiblinger zu bedenken. Gerade durch Hundekot können krankheitsauslösende Keime ins Futter gelangen. Im schlimmsten Fall verenden die Tiere.

Das bestätigt der Traisner Tierarzt Franz Plank. Denn das Hundswürstel kann Neosporose-verursachende Keime enthalten. „Dieser Erreger kann zu Aborten und verminderter Fruchtbarkeit bei Rindern führen“, erklärt er. Immer wieder finden sich außerdem Fremdkörper, vor allem spitze Gegenstände, Metallstücke oder Plastik im Darm von Schlachttieren. Das stellen Veterinäre im Zuge der Kontrollen auf Schlachthöfen fest.

„Ein respektvoller Umgang mit der Natur sowie die Benützung des Hausverstandes beim Freizeitvergnügen.“

Wichtig sei, betont Plank, „ein respektvoller Umgang mit der Natur sowie die Benützung des Hausverstandes beim Freizeitvergnügen.“ Bei der Bezirksbauernkammer kennt man die Problematik. Bezirksbauernkammer-Obmann Reinhold Mader bittet, „nicht querfeldein durch Wiesen zu marschieren“, Hunde sollten angeleint sein, Hundekot entfernt werden. Wer dies missachtet, für den kann es teuer werden. Denn hier gilt das Feldgesetz, wonach mit einer Strafe bis zu 1.500 Euro zu rechnen ist. Bestraft wird, „wer unbefugt fremdes Feldgut gebraucht, verunreinigt, beschädigt oder vernichtet.“ Das Betreten einer Fläche ohne Zustimmung des Eigentümers ist eine Besitz- oder Eigentumsstörung. Auch die kann gerichtlich verfolgt werden. Fairplay sei also die Devise.

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