Neue Corona-Regeln: Wirte verunsichert

Bezirk Lilienfeld: Ärger über nicht kontrollierende Kollegen, mangelnde Klarheit für den Herbst und Gefahr gespaltener Gesellschaft bewegen.

Teresa Lobinger Erstellt am 15. September 2021 | 03:28
Walter Halbwax
Momentan laufe die Saison noch sehr gut, viele Wanderer kommen ins Kaumberger Gasthaus von Walter Halbwax, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. 
Foto: privat

Im Sinne der Corona-Öffnungsverordnung gibt es im Bezirk keinen Betrieb, der unter die Definition Nachtgastronomie fällt. Bei den Wirten ist dennoch eine gewisse Unsicherheit über die neuen Corona-Maßnahmen zu spüren. Das zeigt der NÖN-Rundruf.

„Es bleibt wieder einmal nicht viel mehr zu sagen, als schauen wir mal“: Der Kaumberger Gastronom Walter Halbwax hatte für den Herbst ein Bier- und Weinfest angedacht. Wie und ob diese Veranstaltungen über die Bühne gehen können, weiß er noch nicht und verweist auf die fehlende Planungssicherheit .

„Der typische Gast, der nach der Arbeit ein Bier trinken möchte oder es so gewöhnt ist, fällt bei noch strengeren Corona-Verordnungen vielleicht ganz weg.“ Walter Halbwax, Gastronom in Kaumberg

Als Frechheit empfindet er die Diskussion, wer wie im Handel kontrollieren soll, „denn wir in der Gastro machen das seit Anbeginn und es klappt gut. Aber es kontrollieren tatsächlich nicht alle Kollegen so, wie sie sollten, wie man immer wieder von den Gästen hört.“

Grundsätzlich sei der „normale Essensgeh-Gast“ geimpft und verstehe die Maßnahmen, so Halbwax. Momentan laufe auch die Saison noch sehr gut, viele Wanderer kommen zum Kaumberger Kirchenwirten.

Nach der Saison werde es allerdings schwierig: „Der typische Gast, der nach der Arbeit ein Bier trinken möchte oder es so gewöhnt ist, fällt bei noch strengeren Corona-Verordnungen vielleicht ganz weg“, befürchtet Walter Halbwax.

Eine große Stammtischrunde bei ihm hat sich bereits aufgelöst – der Grund? „Weil sich ein paar nicht impfen lassen möchten, manche aus medizinischen Gründen nicht können und sich die insgesamt zwischen zehn und fünfzehn Personen nun nicht mehr treffen – und so etwas spüren wir natürlich schon“, so der Kaumberger Wirt.

Auch im Wirtshaus Leopold in Marktl „wird man sehen, was der sogenannte goldene Herbst bringen wird“. Rafael Pils war mit den Sommermonaten jedenfalls sehr zufrieden: „Wir hatten keine Probleme mit der 3G-Regel und unsere Stammgäste waren auch wieder alle vor Ort, im Wirtshaus waren wir zu 90 Prozent ausreserviert.“

Mangelnde Klarheit und Sicherheit

In Hinblick auf die nächsten Monate ahne er aber leider nichts Gutes, was die Personalplanung noch viel schlimmer mache als zuvor. „Wenn wir hier nicht bald Klarheit bekommen, wird uns das spätestens im Dezember auf den Kopf fallen. Wir, die Gastronomie, brauchen bis Oktober einen konkreten Plan beziehungsweise eine Zusicherung von der Regierung, dass es keinen weiteren Lockdown geben wird“, spricht Rafael Pils ebenfalls die viel zitierte Planungssicherheit an. Außerdem befürchtet er: „Wenn wir weiterhin eine gespaltene Gesellschaft schaffen, wird sich das sicher auch auf den Konsum im Wirtshaus niederschlagen.“

Umfrage beendet

  • Sind die neuen Corona-Maßnahmen gerechtfertigt?