Schneller Agieren bei Wildunfällen: Großes Interesse an Pilotprojekt

Erstellt am 12. August 2022 | 05:08
Lesezeit: 2 Min
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Das Lilienfelder Pilot-Projekt „Gemeinsam.sicher mit der Jägerschaft“ soll nun bundesweit ausgerollt werden. Das war ein Thema des letzten Vernetzungstreffens am Bezirkspolizeikommando Lilienfeld. An diesem nahmen Josef Eigelsreiter vom Bezirkspolizeikommando Lilienfeld, Manuel Scherscher vom Bundeskriminalamt, Landespolizeidirektor-Stellvertreter Manfred Aichberger, Bezirkshauptmann-Stellvertreter Maximilian Kargl, Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner, Gerhard Brandstätter vom Bundeskriminalamt, Jäger Ferdinand Heindl, Bezirksjägermeister-Stellvertreter Franz Schweiger, Bezirksjägermeister Martin Schacherl und Bernhard Treibenreif, Sicherheitsbeauftragter im Landesjagdverband (von links), teil.
Foto: Wohlmann
Das Lilienfelder Bezirkspilotprojekt „Gemeinsam.sicher mit der Jägerschaft“ soll jetzt bundesweit ausgerollt werden.

Es kann jeden Kraftfahrzeuglenker treffen. Ein Schatten vor der Motorhaube. Ein Krach. Und schon ist es passiert. Eine Kollision mit einem Wild.

Gerade in Lilienfeld, dem waldreichsten Bezirk Niederösterreichs, kommt es immer wieder zu Unfällen, vorrangig mit Rehen, mitunter auch mit einem Rotwild oder kleineren Tieren. Wenn das Tier nicht durch die Kollision zu Tode kommt, sondern schwer verletzt auf der Fahrbahn liegt oder in den Wald flüchtet, ist ein Jäger gefragt. Er soll es möglichst rasch fachgerecht erlösen, um sein Leiden nicht noch zu verlängern.

Doch so einfach war das in der Vergangenheit nicht: Nicht immer war ein befugter Jäger greifbar, denn nur im eigenen Revier durfte der jeweilige Weidmann agieren. „Es hat uns hier an Rechtssicherheit gefehlt“, erinnert sich Bezirksjägermeister Martin Schacherl. Durch teilweise komplizierten Grenzverlauf der Jagdreviere im Straßenbereich kam es immer wieder zu Unklarheiten bei der Polizei, wer denn nun der richtige Jäger sei.

Projektstart war 2017, die Erstbilanz ist positiv

Daher hat Schacherl mit Josef Eigelsreiter vom Bezirkspolizeikommando Lilienfeld, selbst ein erfahrener Weidmann, 2017 das Pilot-Projekt „Gemeinsam.sicher mit der Jägerschaft“ initiiert: Auf den Polizeidienststellen liegen seither Listen auf, wer der zuständige Jäger ist bzw. wer statt diesem einspringen darf.

Beim letzten Vernetzungstreffen zwischen Jägerschaft, Polizei und Bezirkshauptmannschaft zeigte sich: Das Pilotprojekt hat sich herumgesprochen. Jetzt soll es sogar bundesweit ausgerollt werden. Die Vernetzungstreffen-Teilnehmer gaben sich einhellig: „Dieses Projekt vereinfacht logistische Abläufe. Polizei und Jäger können schneller agieren.“ In welchem zeitlichen Ablauf das Projekt auf Niederösterreich und in Folge bundesweit ausgerollt wird, steht noch nicht fest.

Übrigens, auch wenn es manche gerne machen würden: Ein verletztes Wild einfach ins Auto einpacken geht nicht. „Das ist nicht nur mitunter gefährlich, sondern auch verboten“, erinnert Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner.