Rauchverbot in Gastronomie: Eigene Lösungen für Raucher. Wirte im Bezirk reagieren und bieten Alternativen zum Qualmen — etwa auf überdachten Terrassen.

Von Markus Zauner und Gila Wohlmann. Erstellt am 05. November 2019 (03:49)
Zauner
Im Lilienfelder Stüberl von Alexandra Fahrngruber, im Bild mit Angestellter Sandra Schörghofer (rechts), darf auf der überdachten Terrasse geraucht werden.

Regeln einhalten, (leicht umsetzbare) Alternativen für das Rauchen anbieten: So reagieren Wirte aus dem Bezirk auf das generelle Rauchverbot in der Gastronomie, das mit 1. November in Kraft getreten ist.

Er werde strikt auf die Einhaltung des nun gültigen Rauchverbotes in der Gaststätte, die bisher ein Raucherlokal war, achten, kündigt der Kaumberger Kirchenwirt Walter Halbwax an. In den ersten Tagen hätten sich alle Gäste daran gehalten, bestätigt Halbwax: „Es gab keine Probleme.“ Hartgesottene Raucher, die nicht auf die Zigarette verzichten können oder wollen, müssen beim Kirchenwirt ab sofort auf die Terrasse gehen.

„Dort steht ein Aschenbecher“, erklärt Halbwax. Wie sich die Neuerung auf den Geschäftsgang auswirke, könne derzeit noch nicht prognostiziert werden, weiß der Gastronom. Die ersten Tage seit Inkrafttreten des generellen Rauchverbots seien als Beobachtungszeitraum noch zu kurz. Reine Speisenlokale würde die Gesetzesänderung mittelfristig vermutlich weniger treffen als Dorfwirtshäuser, wo die Zigarette für viele zum Feierabendbier dazugehöre. „Bei uns bleibt abzuwarten, ob jetzt mehr Gäste zum Essen kommen, weil sie nicht von Rauchern gestört werden, oder ob die Gäste weniger werden, weil die Feierabend-Runde nicht mehr kommt“, meint Halbwax.

„Der eine oder andere Gast wurde vergrault, der andere angelockt.“ Wirtin Alexandra Fahrngruber, die ihr Lilienfelder Stüberl schon 2016 auf ein Nichtraucherlokal umgerüstet hat

Einige Kilometer entfernt, in der Bezirkshauptstadt Lilienfeld, ist Wirtin Alexandra Fahrngruber völlig entspannt — sie hat ihr Lilienfelder Stüberl schon 2016 auf ein Nichtraucherlokal umgestellt. Einbußen habe es dadurch nicht gegeben. „Der eine oder andere Gast wurde vergrault, der andere angelockt“, erzählt sie. Für die Raucher unter den Gästen bietet Fahrngruber eine überdachte Terrasse, die sich gut bewährt und mit dem Inkrafttreten des generellen Rauchverbots weiter zum Qualmen genutzt werden kann.

Der Traisner Volksheim-Wirt Christian Schluder ist bis 12. November auf Urlaub. Danach wird er Aschenbecher auf der Terrasse und im Winter dazu ein „Heiz-Schwammerl“ aufstellen. Rauchverbot gab es bei ihm bereits während der Mittagsmenü-Zeit. „Damit hat jeder leben können“, erzählt er, dass das von den Gästen gut angenommen wurde. Das generelle Rauchverbot sieht er zwar als „Bevormundung der Bürger“, hofft aber, dass es dadurch nicht zu großen Einbußen in seinem Lokal kommt.

Gastronom Robert Schüller plant in seinem Landgasthof in Hainfeld eine überdachte Terrasse für Raucher und rechnet mit Investitionskosten von rund 40.000 Euro. Im überdachten Eingangsbereich kann man derzeit rauchen. „Die Gäste am Wochenende begrüßen in erster Linie, wenn nicht geraucht wird. Anders ist es mit den Stammkunden, die nach der Arbeit zu uns kommen. Ich würde ein Zeitfenster, wo geraucht werden darf, begrüßen“, sagt er. Zusperren ist für ihn nur bei Shisha-Bars nachvollziehbar, sonst sieht er dies als „Trotzreaktion“.

Wenig Wirbel über die Neuerung gibt es beim NÖN-Wirtshausbesuch unter den Gästen. „Ich finde es gut, dass nirgends mehr im Lokal geraucht werden darf“, sagt ein überzeugter Nichtraucher. „Sportlich“ nimmt es indes ein qualmender Wirtshausbesucher: „Daheim darf ich bei meiner Frau auch nicht mehr drinnen rauchen, also werde ich mich im Wirtshaus ebenso daran gewöhnen.“

Und wie kontrolliert die Bezirkshauptmannschaft Lilienfeld bezirksweit die Einhaltung des generellen Rauchverbots in der Gastronomie? „Im Rahmen von Betriebsüberprüfungen“, antwortet Bezirkshauptmann Franz Kemetmüller. Und: „Jeder Anzeige wird nachgegangen“, kündigt Kemetmüller an. Wobei bis Redaktionsschluss keine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Rauchverbot zu Buche stand. . .

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