Schneechaos: Geschaufelt, was das Zeug hält. Hunderte Feuerwehrleute befreiten bezirksweit an drei Tagen über 200 Dächer von den Schneemassen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 15. Januar 2019 (04:30)
Freiwillige Feuerwehr Schwarzenau

Hochsaison für Schaufeln und Schneefräsen: Im Kampf gegen die Schneemassen eilte Privaten und Räumdiensten am Freitag, Samstag und Sonntag auch die Feuerwehr zu Hilfe.

Als Vorsichtsmaßnahme seien Dächer in Ulreichsberg, Gscheid, Terz und Lahnsattel von den örtlichen Wehren sowie Einheiten des FF-Katastrophenhilfsdienstes von der Schneelast befreit worden, nennt St. Aegyds Bürgermeister Karl Oysmüller die Hotspots in seiner Gemeinde.

Nach Messungen sei bei rund 30 Gebäuden eine Schneelast von rund 900 Kilogramm pro Quadratmeter gemessen worden, verdeutlicht St. Pöltens Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder, der am Freitag vor Ort war, die prekäre Lage: „Je nach Standort, Seehöhe und Dachneigung können Dächer bis zu 1.080 Kilogramm Schneelast pro Quadratmeter standhalten. Hier war also Gefahr im Verzug.“

„Die heimischen Einsatzkräfte sind nach den tagelangen Strapazen am Limit ihrer Kräfte angelangt.“ FF-Sprecher Christian Teis

Vorrangig, um die enormen Schneemengen von den Dächern zu schaufeln, unterstützten auf Anforderung von Lilienfelds Bezirksfeuerwehrkommandant Anton Weiss auch in Annaberg, Mitterbach und Kleinzell FF-Katastrophenhilfsdienstzüge die örtlichen Feuerwehren. Schneeeinsätze für die Feuerwehr gab es praktisch in allen vierzehn Lilienfelder Gemeinden. Die erste Bilanz ist imposant: Hunderte Feuerwehrleute befreiten bezirksweit von Freitag bis Sonntag über 200 Dächer von den Schneemassen.

Beinahe schon zur Nebensache wurden hängengebliebene Laster und Unfälle im Schneechaos. Ein spektakulärer Crash ereignete sich etwa in Innerfahrafeld, wo eine Lenkerin mit ihrem Wagen am Dach gelandet war. Das Gefährt musste von der FF Hohenberg geborgen werden. Umgestürzte Bäume beschäftigten die Florianijünger zudem.

FF: Versorgungsmarsch durch hüfthohen Schnee

Einen strapaziösen Einsatz der anderen Art bewältigten am Sonntag drei Feuerwehrmänner aus Wienerbruck. Sie kämpften sich zu Fuß durch die Schneemassen, um Bewohner mit Lebensmitteln zu versorgen. „Die Zufahrt zu dem Objekt war durch die enormen Schneemassen bereits seit mehreren Tagen nicht mehr möglich. Um das Haus zu erreichen, mussten die Helfer, ausgerüstet mit Essensrucksäcken, zu einem 45-minütigen Fußmarsch durch hüfthohen Schnee aufbrechen“, schildert Feuerwehr-Sprecher Franz Resperger.

Wie schweißtreibend die Arbeit generell war, brachte am Sonntag indes Christian Teis vom Bezirksfeuerwehrkommando Lilienfeld auf den Punkt: „Die heimischen Einsatzkräfte sind nach den tagelangen Strapazen am Limit ihrer Kräfte angelangt.“

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