Seltene Wildtiere: „Frage ist, ob sie sich wohlfühlen“. Bezirksjägermeister Martin Schacherl verweist auf vereinzelte Risse durch Luchs oder Schakal.

Von Beate Riedl. Erstellt am 19. Februar 2019 (05:07)
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Seltene Wildtiere sind laut Bezirksjägermeister Martin Schacherl immer wieder Thema bei Besprechungen oder Treffen unter Jägern.

Hauptsächlich Schalenwild ist in den Wäldern des Bezirks Lilienfeld unterwegs. Rehe, Hirsche und Gamswild bewohnen die Gegend, aber auch Füchse und vereinzelt Hasen haben im waldreichsten Bezirk ihren Lebensraum.

Hin und wieder gibt es laut Bezirksjägermeister Martin Schacherl auch Sichtungen oder Risse von Prädatoren, also Raubwild wie Luchs oder Schakal. Auch der Wolf sei schon im Gespräch gewesen. „Erst vor kurzem wurde in Kaumberg ein Schakal vermutet“, erinnert sich Schacherl.

„In der Bevölkerung gibt es Ängste, aber auch einen gewissen Zorn, wie man mit dem Thema umgeht.“Martin Schacherl, Bezirksjägermeister

Der Jäger merkt, dass es unter seinen Kollegen und in der Bevölkerung gewisse Ängste gibt, „aber auch einen gewissen Zorn, wie man mit dem Thema umgeht“. Die Zugänge dazu seien unterschiedlich: In der Stadt berühre das Thema weniger, als am Land, wo manche selbst betroffen sind und Tiere gerissen werden.

„Dazu kommt auch noch das Leid der Tiere“, so Schacherl. Er stellt sich auch die Frage, ob sich die Wildtiere bei uns überhaupt wohlfühlen, wenn man sich den heutigen Lebensraum der Tiere anschaut. „Alles ist vom Mensch bearbeitet, es gibt starken Tourismus“, stellt er fest.

Bestätigung: „Das ist ein schwieriges Terrain“

Ein Problem sei allerdings die 100-prozentige Bestätigung. Wildbiologen halten sich bedeckt, DNA-Untersuchungen dauern oft sehr lange. „Das ist ein schwieriges Terrain“, meint Schacherl.

Auch der Wolfsbeauftragte des Landes, Georg Rauer, spricht von einer großen Unsicherheit bei den Sichtungen oder Meldungen. „Natürlich gibt es die Möglichkeit, sich zu täuschen, auch bei den Fährten ist es schwierig, mit Sicherheit zu sagen, dass es ein Wolf ist“, sagt Rauer. Denn größere Hunde könnten ähnliche Pfotenabdrucke hinterlassen.

Meldungen über Wölfe halten sich in der Region sehr in Grenzen. Oft lassen sich Sichtungen schwer nachvollziehen, sind sich Schacherl und Rauer einig. „Wenn es aber zu einem Riss kommt oder etwas Verdächtiges wahrgenommen wird, wird dem nachgegangen“, sagt Rauer.

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