Stornogebühr: Nur selten Probleme mit Gästen. Wirte in der Region verzichten auf Sanktionen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 19. März 2019 (03:16)
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Dank eines eigenen Systems hat OttoRaimitz die Reservierungen im Griff.So bekamen auch Magdalena Trischler,Valerie Gruber und Magdalena Wurlitzer schnell ein Plätzchen im Schau.Spiel.

Der Tisch ist schön gedeckt, das „Reserviert“-Schild ist platziert, aber die Gäste bleiben aus. Ärgerlich ist das besonders für die Wirte, denn es werden Geld und Ressourcen verschwendet. Um den Verlust abzufedern, werden immer häufiger Stornogebühren eingehoben. Und das nicht nur bei der Spitzengastronomie. In der Region Lilienfeld stößt das auf Verständnis bei den Gastronomen, eine Einführung des Systems steht hier aber aktuell nicht im Raum.

„Bei uns passiert es nicht sehr oft, dass Gäste einfach nicht kommen“, sagt Christa Hollerer vom Gasthaus „Zum Blumentritt“ in St. Aegyd. Von Kollegen in der Stadt im Bereich von zwei bis drei Hauben habe sie aber bereits von der Vorgehensweise gehört. Da gebe es auch Leute, die in drei Lokalen reservieren und sich kurzfristig entscheiden, wo sie dann tatsächlich hingehen.

„Es ist natürlich ärgerlich, wenn jemand nicht kommt. Aber prinzipiell ist das kein großes Thema bei uns“, so Hollerer. Es könne immer passieren, dass jemand kurzfristig absagen muss, aber dann sollte man Bescheid geben, um die Abläufe zu erleichtern.

„Bei uns passiert es nicht sehr oft, dass Gäste einfach nicht kommen“

Häufiger als Totalausfälle ist es allerdings, dass weniger Leute kommen, als bei der Reservierung angemeldet waren. Das Problem kennt auch Robert Schüller vom gleichnamigen Gasthof in Hainfeld.

„Das ist dann ein organisatorisches Problem. Bei sechs Personen reicht noch ein Tisch, bei acht brauchen wir zwei. Wenn dann weniger kommen, müssen wir wieder umstellen“, erklärt der Wirt, der bisher noch keine gröberen Probleme mit Gästen hatte, die ihre Reservierung nicht eingehalten haben.

Auch im Gasthaus Pils in Eschenau gibt es wenige Fälle, bei denen Gäste nicht auftauchten. „Kurzfristige Ausfälle wegen Krankheit gibt es schon, aber es wird meistens abgesagt“, so Karl Pils. Er hat Verständnis, wenn Kollegen Geld für Reservierungen verlangen: „In der gehobenen Gastronomie ist der Wareneinsatz höher und auch der Personalaufwand“, führt der Gastronom aus. Sein Gasthaus sei kleiner, da könne man flexibel reagieren.

„Das ist schon ärgerlich, wenn alles ausreserviert ist, wir Gäste abweisen mussten und dann eine ganze Gruppe ausfällt

Ähnlich schaut es in St. Pölten aus. Auch dort will man nichts für Reservierungen verlangen. „Das ist schon ärgerlich, wenn alles ausreserviert ist, wir Gäste abweisen mussten und dann eine ganze Gruppe ausfällt“, so Figl-Chefin Ulrike Mesner. Wenn eine Veranstaltung wie zum Beispiel ein Geburtstagsfest geplant ist und dann statt der angesagten 60 Gäste nur 30 kommen, kann es schon sein, dass der Veranstalter die extra eingekauften Waren bezahlen muss. Soweit will es Otto Raimitz im Schau.Spiel gar nicht erst kommen lassen: „Wir haben einen Mitarbeiter, der sich nur um Reservierungen kümmert.“ Bei Reservierungen von größeren Gruppen rufe dieser am Vortag noch einmal an und lasse den Termin bestätigen.

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