Traisentalbahn-Sperre 2022: Protest wird lauter. Pendler schäumen ob der 2022 bevorstehenden neunwöchigen Sperre: Brückentausch dauere viel zu lange.

Von Markus Zauner. Erstellt am 22. Oktober 2019 (04:25)
NÖN
Die vorgesehene Bahnstreckensperre im Bezirk sorgt zunehmend für erhitzte Gemüter. NÖN

NÖN-Leser sind im Bilde: Die über 100 Jahre alte Traisen-Brücke der ÖBB in Wilhelmsburg muss um sieben Millionen Euro erneuert werden. 2022 ist in den neunwöchigen Sommerferien daher eine Streckensperre der Traisentalbahn von Wilhelmsburg bis Hainfeld/Schrambach geplant.

Bei den Pendlern sorgt diese ÖBB-Ankündigung nun für immer lauter werdende Kritik. Nach Klaus Reiter und Franz Matusch, die sich (NÖN/43) bereits über den ihrer Ansicht nach viel zu langen Schienenersatzverkehr mit Bussen beschwert haben, schlägt am NÖN-Telefon nun auch Erwin Berger in eine ähnliche Kerbe: „Für einen Brückentausch so lange zu brauchen, ist ein Affront gegenüber allen Pendlern im Bezirk Lilienfeld. Ich werde mir in Zukunft überlegen, ob ich von der Bahn aufs Auto umsteige.“

„Scheinbar sind wir in Lilienfeld Bahnkunden zweiter Klasse.“ Bahnkundin Brigitte Kogler

Brigitte Kogler schreibt indes: „Eine Frechheit. Es gibt Beispiele auf Bahnstrecken, wo ein ähnlicher Brückentausch viel rascher vonstattengegangen ist. Scheinbar sind wir in Lilienfeld Bahnkunden zweiter Klasse.“

ÖBB-Sprecher Christopher Seif hatte gegenüber der NÖN zuletzt die Dauer der Brückenerneuerung verteidigt. Die Gesamtbauzeit betrage ungefähr sechs Monate, davon komme es an die zwei Monate zur Streckensperre. „Wie lange man für eine derartige Reinvestition braucht, hängt immer auch von der Methodik der Brückenerneuerung und dem Verkehrsaufkommen ab. Wir sind bestrebt, so weit wie möglich unter laufendem Betrieb zu bauen und eine Streckensperre so kurz wie möglich zu halten. Dies bedingt aber wiederum, dass die Gesamtbauzeit tendenziell länger ist“, erklärt Seif.

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