Bauen im Bezirk: Viele Private geben Gründe nicht her. Bauland gibt es, Nachfrage auch, aber wenige Interesse zu verkaufen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 26. März 2019 (03:30)
NOEN, Erwin Wodicka (www.BilderBox.com)
Symbolbild

Seit einigen Jahren hat der Bezirk Lilienfeld mit Abwanderung zu kämpfen. Die neue Wohnbaustrategie des Landes soll unterstützen, dagegenzuwirken. Ziel ist es auch, das Eigentum zu stärken.

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Christian Leeb, Bürgermeister in Türnitz

Die Kosten für den Erwerb von Baugründen im Bezirk liegen zwischen 30 und 91 Euro pro Quadratmeter. Diese stiegen in den letzten Jahren nur minimal. Zu den günstigen Gemeinden für den Erwerb eines Grundstücks zählt Mitterbach, gemeinsam mit St. Aegyd und Annaberg. Zwischen 30 und 45 Euro kostet dort der Baugrund. „Das ist eine Sache der Betrachtung. Um 35 Euro verkauft keiner bei uns Grund“, weiß Bürgermeister Alfred Hinterecker. Realistischer seien Preise zwischen 40 und 50 Euro. Es gebe auch Private, die besonders schöne Grundstücke um 86 Euro pro Quadratmeter anbieten.

„Damals gab es noch keine Bauverpflichtung. Somit sind die Besitzer nicht gezwungen, etwas zu tun.“ Alfred Hinterecker, Mitterbach

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Alfred Hinterecke, Bürgermeister in Mitterbach

Zwischen 50 und 60 Bauparzellen gibt es derzeit in Mitterbach. Alle in Privatbesitz. „Damals gab es noch keine Bauverpflichtung. Somit sind die Besitzer nicht gezwungen, etwas zu tun“, erklärt der Bürgermeister. Das sei aber ein großes Problem. „Einerseits gibt es Abwanderung und immer wieder Nachfrage nach Baugründen, aber die sind den Leuten dann zu teuer oder gar nicht zu verkaufen.“ Zumindest Wohnraum wird bald geschaffen. Nach Ostern ist der Spatenstich für ein Bauprojekt mit zehn Wohnungen geplant. Die bestehenden Wohnungen seien alle voll. „Wir hoffen, dass damit neue Leute herkommen und wir die Einheimischen halten können.“

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Wolfgang Labenbacher, Bürgermeister in Lilienfeld

Die Grundstücke in Türnitz sind nur wenig höher eingestuft, zwischen 33 und 40 Euro. „Bei uns gehen Baugründe um durchschnittlich 42 Euro weg“, weiß Leeb. In einer schönen Lage bringen Baugründe aber bis zu 75 Euro. Auch in Türnitz gibt es noch viel Platz für Neubauten. Und auch dort sind die Gründe in Privatbesitz. „Wir sind am überlegen zu schauen, ob man irgendwo etwas bekommt, das ist aber noch nicht spruchreif“, sagt Leeb.

In der Bezirkshauptstadt finden sich die teuersten Grundstücke. Auch dort gibt es einige Parzellen, die voll aufgeschlossen sind. „Die Firma Borger und auch das Stift Lilienfeld haben einige Parzellen frei“, berichtet Bürgermeister Wolfgang Labenbacher. Auch Einzelparzellen gebe es immer wieder.

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