Ein Kilo Koks plus zehn Kilo Gras ist zweieinhalb Jahre. Ein 32-jähriger, der in St. Pölten aus einem BMW X16 heraus im großen Stil Drogen verkaufte, alles zugibt, aber vor Gericht zu den Details schweigt. Großer Andrang im Verhandlungssaal und Gucci-Rechnungen, die Rätsel aufgeben.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 22. Februar 2021 (15:04)
Symbolbild
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Einem verdeckten Ermittler soll er einen Kilo Kokain angeboten haben, bei einer Hausdurchsuchung stellte die Polizei außerdem rund 10 Kilo Cannabis sowie fast einen halben Kilo Kokain sicher, den er zum Verkauf bereitgehalten haben soll.

Von August bis Oktober 2020 hat der 32-jährige Traisner bereits über einen halben Kilo Kokain in St. Pölten und anderen Orten verkauft und zwar aus einem BMW heraus. Der Angeklagte bekennt sich schuldig zu allen Anklagepunkten, auch die angeklagten Mengen stimmen so, sagt er. „Eine beträchtliche Menge, wie man sie am Land eher selten sieht“, meint der Staatsanwalt, der eine strenge Strafe fordert. Bis zu 15 Jahre Haft stehen im Raum.

„Ich bereue aufrichtig, was ich getan habe und will mich entschuldigen“, sagt der Angeklagte zu den Vorwürfen, ansonsten sagt der ordentlich gekleidete Mann mit dem zurückgegelten Haar nicht viel. Sein Mandant sei selbst süchtig, sagt dessen Verteidiger. Warum er so große Mengen bei sich hatte, interessiert aber nicht nur den Richter. „Dazu möchte ich nichts sagen“, so der Angeklagte. 

Verschwundenes Geld und Gucci

Auch auf die zweite interessante Frage, nämlich, was er denn mit dem Geld gemacht hat, antwortet er nicht. Immerhin sollen allein durch den verdeckten Ermittler mehr als 5.000 Euro an den Angeklagten geflossen sein. Was es mit den im BMW gefundenen Rechnungen der Marke Gucci auf sich hat, will der Staatsanwalt wissen. „Die gehören mir nicht“, sagt der Angeklagte dazu. Der BMW gehört dem Vater, auch dieser und der Bruder hätten das Auto genutzt.

Weil er vollinhaltlich geständig ist, ist keine Zeugeneinvernahme notwendig. Die Verhandlung war kurz, die Beratung von Schöffen und Richter ist es auch. Das Urteil: schuldig im Sinne der Anklage, zweieinhalb Jahre Haft. Vom Widerruf der offenen Bewährungsstrafen sieht der Richter ab. Der Angeklagte wurde bereits wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Die dahingehende Probezeit wird auf fünf Jahre verlängert. Mildernd ist das Geständnis sowie der Umstand, dass ein Großteil des Suchtgiftes sichergestellt werden konnte. Der Angeklagte nimmt das Urteil an. Es ist nicht rechtskräftig.