Wiesenfelder FF-Frau nach Kremser Explosion: „Ich hatte großes Glück“

Erstellt am 11. Mai 2022 | 05:41
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Stefanie Rotheneder.
„Natürlich sitzt der Schock tief. Derzeit bin ich im Krankenstand und habe Zeit, all das zu verarbeiten“, erklärt Stefanie Rotheneder.
Foto: privat
Stefanie Rotheneder von der FF Wiesenfeld war bei der Tragödie in Krems hautnah am Geschehen und überlebte leicht verletzt.

Einen Toten und einen Schwerverletzten forderte die Explosion in einer Halle des Kremser Chemie-Unternehmens Metadynea:

Als Mitglied der dortigen Betriebsfeuerwehr hatte Stefanie Rotheneder, die stellvertretende Kommandantin der Freiwilligen Feuerwehr Wiesenfeld, mehrere Schutzengel.

NÖN: Wie haben Sie das Unglück erlebt?

Stefanie Rotheneder: Es ging alles sehr schnell. Ich habe kurz vor der Explosion die Halle verlassen, was auch mein Glück war. Zum genauen Hergang will ich keine Auskunft geben und verweise auf die Pressemitteilung des Unternehmens.

Sie hatten mehrere Schutzengel und haben nur leichte Blessuren davongetragen. Welche Verletzungen haben Sie genau erlitten?

Ja, ich hatte großes Glück und bin sehr dankbar dafür, dass es für mich so ausgegangen ist. Derzeit bin ich im Krankenstand, da die linke Schulter verletzt wurde.

Wie arbeiten Sie das traumatische Erlebnis auf?

Keiner von uns ist eine Maschine, nach so einem Erlebnis darf/kann man auch mal nach Hilfe fragen. Genau für solche Situationen gibt es die sogenannten Peers in der Feuerwehr oder das Kriseninterventionsteam. Mit sehr viel Reden versuche ich, das Geschehene zu verarbeiten.

Sind Sie schon wieder bereit für Feuerwehr-Einsätze oder sitzt der Schock noch zu tief?

Das ist eine sehr schwere Frage. Natürlich sitzt der Schock tief. Derzeit bin ich im Krankenstand und habe etwas Zeit, all das zu verarbeiten, um wieder fit für Einsätze zu werden.

Haben Sie den getöteten beziehungsweise schwer verletzten Arbeiter gekannt?

Nein, persönlich gekannt habe ich beide nicht, da diese von einer Fremdfirma waren. Zum Abschluss würde ich mich gerne bei meinen Freunden, Kameraden und Kollegen bedanken, die kurz nach dem Vorfall für mich da waren und auch noch immer sind.