Hohenberg

Erstellt am 17. Januar 2019, 05:45

von Gila Wohlmann

Als Feilen Jobs in der Region sicherten. Ehemalige Mitarbeiter und Hobbyhistoriker erinnerten an Aufschwung und Niedergang des einstigen Top-Arbeitgebers im Ort.

Die Geschichte des einstigen Feilenwerkes in Furthof ließen Fritz Lindenthal, Karl Eder, Bürgermeister Heinz Preus, Pensionistenverbandsobfrau Eva Schweiger, Alfred Kunze, Klaus Panzenböck und Josef Kirchner (von links) im Gasthof „Zwei Linden“ Revue passieren.  |  Gravogel

35 Jahre nach der Schließung des Feilenwerkes Furthof, das beinahe zwei Jahrhunderte lang viele Länder mit Qualitätsfeilen der Marken „Anker“ und „Auerhahn“ versorgte, und die ganze Zeit über ein zentraler Arbeitgeber der Mehrheit der Menschen in dieser Region war, lud am Samstag der Pensionistenverband zu einem Nachmittag des Erinnerns an diesen bedeutenden Betrieb.

Neben der Ausstellung von Relikten, Bildern und alten Plänen, die auch Neues aus der Ortsgeschichte zutage brachte, gewährte diese Veranstaltung in einer werksspezifischen Foto-Schau einen umfassenden Rückblick auf die Geschichte dieses einst europaweit renommierten Vorzeigeunternehmens und präsentierte das erst kürzlich überarbeitete Video des Bezirksheimatmuseums über das Furthofer Feilenwerk, das mit Jakob Fischer von Suhl 1801 seinen Anfang nahm.

„Er erwarb in Hohenberg Grundbesitz, errichtete eine Klingenschmiede und begann mit der Produktion von Feilen, welche er vorher in seinen Werken in Rehberg bei Krems herstellte. 1819 folgte die Errichtung eines Blechwalzwerkes. 1840 wurde ein Stabwalzwerk mit Turbinenantrieb aus Frankreich bezogen“, berichtet Fritz Lindenthal, der mit Schmiedemeister Josef Kirchner und Karl Eder, dem letzten Betriebsleiter dieser Firma, dessen lange Geschichte aufgearbeitet hat. Es ging bergauf mit dem Unternehmen. „1907 erreichte die Firma den höchsten Beschäftigtenstand mit 591 Arbeitern und einer Jahresproduktion von ungefähr drei Millionen Stück Feilen“, weiß Lindenthal.

Durch Rationalisierungsmaßnahmen wurde bis 1980 mit einem Arbeiterstand von 130 Mann eine Jahreserzeugung von 1,5 bis 1,8 Millionen Stück pro Jahr erzielt. Dann wurde nicht mehr investiert, 1981 die Produktion eingestellt, 1983 zugesperrt. Übrigens: Das einstige Herrenhaus der Firma, das in Privatbesitz ist, steht derzeit zum Verkauf.