30 Prozent weniger Energieverbrauch in Türnitz. Erfreulicher Bericht: Von 2017 auf 2019 sank der Gesamtenergieverbrauch in Türnitz stark, Mandatare kamen teils mit dem Rad oder zu Fuß zur Sitzung.

Von Red. Lilienfeld. Erstellt am 25. Oktober 2020 (03:13)
Der Gemeinderat der Marktgemeinde Türnitz rund um Vizebürgermeister Robert Nagl (links sitzend mit Schild),Bürgermeister Christian Leeb (mit Schild) und Umweltgemeinderätin Silvia Panzenböck (auch mit Schild) tagte imTürnitzer FF-Haus.
privat

Ungewöhnlicher Schauplatz, ungewöhnliche Anreise: Coronabedingt wurde die Gemeinderatssitzung in der Fahrzeughalle der FF Türnitz abgehalten, um die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können. Und einige Mandatare kamen mit dem Rad oder zu Fuß zur Sitzung. Damit beteiligte sich Türnitz auf Initiative des Arbeitskreises „Klimabündnis-Gemeinde“ an der Aktion „GEHmeinde RADsitzung“ von Klimabündnis Niederösterreich sowie RADLand NÖ.

„Radfahren und Gehen sind Klimaschutzmaßnahmen mit Mehrwert für die Gesundheit und für die Geldbörse. Ziel dieser Aktion war es, ein Zeichen für eine klimafreundliche Gemeinde zu setzen und als Gemeinderäte hier mit gutem Beispiel voranzugehen“, erklärt Umweltgemeinderätin und Klimabündnis-Arbeitskreisleiterin Silvia Panzenböck die Intention. Bürgermeister Christian Leeb pflichtet bei: „Als Klimabündnis-Gemeinde setzen wir das Radfahren nicht nur auf die Agenda, sondern auch um.“ Zudem verweist er auf die heuer erfolgte Sanierung des Bahnradweges Freiland-Türnitz.

Ein wichtiges Thema der Sitzung bildeten die Gemeindeenergieberichte 2018 und 2019, die Energiegemeinderat Christian Anzberger dem Gemeinderat im Detail vorstellte. Türnitz ist hier auf einem guten Weg, die Maßnahmen der letzten Jahre zeigen bereits Wirkung. So konnte der Gesamtenergieverbrauch der Gemeinde (Strom und Wärme) von 2017 auf 2019 um fast 30 Prozent reduziert werden.

2021 thermische Sanierung der Gemeinde

Außerdem gelang es, die Kohlendioxid-Emissionen der Marktgemeinde Türnitz von 2015 auf 2019 um über 50 Prozent zu senken. Und: „Durch die Ende 2019 erfolgte Umstellung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technologie wird bereits für 2020 mit weiteren Verbesserungen gerechnet“, weiß der Türnitzer Amtsleiter Werner Stieglitz.

Dennoch gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial, Gemeinderat Christian Anzberger zeigte notwendige Maßnahmen auf. So sollen beispielsweise die thermische Sanierung des Gemeindeamtes (Dämmung der obersten Geschoßdecke), weitere gemeindeeigene PV-Anlagen, ein Heizungstausch bei der FF Lehenrotte und einiges mehr bereits 2021 umgesetzt werden.

Aufgrund der vorbildlichen Energiebuchhaltung wurde die Marktgemeinde Türnitz auch aktuell von der Energie- & Umweltagentur des Landes NÖ (enu) informiert, dass Türnitz wieder als Vorbildgemeinde ausgezeichnet werden soll.