Stellungsstraße in St. Pölten wieder in Betrieb. Seit Anfang Juni wird gemustert. 1.813 Burschen müssen Termin nachholen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 01. Juni 2020 (11:04)
Vor dem Betreten des Gebäudes in St. Pölten werden die jungen Männer,die zur Stellung müssen, in einem Zelt desinfiziert und ihre Temperaturwird gemessen.
Max Steiner

Mit dem Corona-Lockdown waren seit 16. März auch die Stellungsuntersuchungen ausgesetzt und somit die Stellungsstraße in St. Pölten geschlossen. Am 2. Juni öffneten sich wieder deren Tore. „Die aktuelle Corona-Situation stellt eine große Herausforderung für den Stellungsbetrieb dar. Durch erhöhte Sicherheitsvorkehrungen wie Schutzausrüstung und weniger Stellungspflichtige pro Tag können wir aber die Stellungsuntersuchung ordnungsgemäß durchführen“, stellt Niederösterreichs Militärkommandant Martin Jawurek fest.

Den Stellungspflichtigen werden im Vorfeld Informationen über das richtige Verhalten und Hygienemaßnahmen zugesandt. „Die Stellung beginnt mit einer Desinfektion und Überprüfung der Körpertemperatur. Dies wird vor Betreten des Stellungshauses in einem Zelt durchgeführt“, erläutert Jawurek.

Maskenpflicht im gesamten Gebäude

Im gesamten Gebäude muss Mund-Nasen-Schutz getragen werden, zahlreiche Desinfektionsmittel-Spender sind aufgestellt. Das Personal der Stellungskommission verrichtet mit medizinischer Schutzausrüstung seine Arbeit. Wo möglich, insbesondere für Untersuchungen und das Parteiengespräch, wurden Plexiglaswände als schützende Barriere errichtet.

Wurden vor der Aussetzung der Stellung im Durchschnitt 51 junge Männer pro Durchlauf „gemustert“, so sind es zurzeit nur 20 Personen. So kann ausreichend Abstand gehalten werden. Bei der psychologischen Überprüfung wird nur jeder zweite Computer verwendet.

Ladungen zur Stellung haben ihre Gültigkeit verloren, ebenso die öffentlich angebrachte Stellungskundmachung 2020. Der neue Stellungstermin wird individuell zugestellt. Das betrifft 1.813 Stellungspflichtige, die ihrer Stellung nicht nachkommen konnten. Durch Umstrukturierung im Personalbereich, in der Urlaubsplanung und Abänderung von Ausbildungsvorhaben wurden 13 zusätzliche Stellungstage geschaffen. So wird der Rückstau reduziert. Sobald es Lockerungen durch Regierung und Gesundheitsbehörden gibt, wird – auf Weisung des Verteidigungsministeriums – die Zahl der Stellungspflichtigen ange hoben.