Einbruch am Gerichtsberg bringt zwei Jahre Gefängnis. Geflohener Einbrecher von Coup am Gerichtsberg musste sich jetzt für seine Straftaten verantworten.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 13. Juni 2019 (03:26)
Ilya Andriyanov/shutterstock
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Es war Mitte Juli 2016, als Reitstallbesitzer Andreas Dallinger zwei Männer auf frischer Tat auf seinem Grund bei einem Hauseinbruch ertappte.

Die Exekutive war rasch zur Stelle. Ein Rumäne wurde festgenommen, dem zweiten Mann gelang die Flucht. Anfang März dieses Jahres konnte der Mittäter, nachdem er mit Kumpanen auf einer Italieneinbruchstour gewesen war, festgenommen werden. Jetzt musste er sich für seine in Niederösterreich begangenen Taten am Landesgericht St. Pölten verantworten.

„Es tut den meisten leid, wenn sie erwischt werden.“ Richter zum Angeklagten, als er seine Taten zu entschuldigen versuchte

Zur Last gelegt wurden ihm mehrere Einbrüche und Einbruchsversuche in Hainfeld, Wartmannstetten und Steina-brückl. Mittels Dolmetsch sollte der 52-jährige schildern, wie er diese begangen hat. Eigentlich hätte er ja arbeiten wollen, versuchte er, sich zu verteidigen. „Wenn man mit so viel Diebsgut aufgegriffen wird, schaut das aber nicht so aus“, meinte der Richter.

Am Anfang hätte er nicht mitmachen wollen. „Es ist einfach passiert“, begründete er sein Vorgehen. Nur vage will er sich an die Vorfälle erinnern, auch als ihm der Richter Tatorte zeigte, konnte er nur auszugsweise die Coups schildern. So soll er in Hainfeld noch neben dem Wohnhaus in eine Jagdhütte und ein weiteres Objekt eingebrochen haben. Bei einem Coup soll er Moon Boots entwendet haben.

Warum man mitten im Juli Winterstiefel für eine Flucht wählt, wollte der Richter wissen. Seine Schuhe hätte er auf der Flucht verloren. Da seien die Stiefel besser gewesen, als weiter barfuß unterwegs zu sein, erklärte er. Drei Monate hätte er im Wald gelebt und sei dann zu Fuß entlang der Donau bis Budapest gegangen.

1990 hatte der 52-Jährige eine Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen Autoeinbrüchen ausgefasst, weitere drei Monate und sieben Monate wegen Diebstahl 1997 erhalten, erzählte er. Sein Verteidiger erbat ein mildes Urteil, denn der Angeklagte gab sich geständig. „Es tut mir leid“, so der Angeklagte, woraufhin der Richter erwiderte: „Es tut den meisten leid, wenn sie erwischt werden.“

Der Einbruch in das Hainfelder Wohnhaus wird ihm nachgewiesen, der Vorfall in der Jagdhütte als Sachbeschädigung gewertet, von einem zeitnahen Einbruchsversuch in Hainfeld wird er ebenso wie vom Firmeneinbruch in Wartmannstetten freigesprochen.

Urteil: 24 Monate unbedingte Haft. Diese möchte der Angeklagte in Rumänien absitzen.