Sieg mit Hartholzschraube. Mit der „RAPID Hardwood“, einer innovativen Produktneuheit, sicherte sich die Firma Schmid Schrauben Hainfeld den niederösterreichischen Innovationspreis.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 13. Oktober 2019 (03:59)
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Landesrätin Petra Bohuslav (l.), Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl und Lilienfelds Wirtschaftskammerobmann Karl Oberleitner (r.) gratulierten neben anderen Schmid-Schrauben-Geschäftsführer Andreas Gebert (3. v. l.) zum „NÖ Innovationspreis 2019“.

Wie viel Innovation in einem auf den ersten Blick gewöhnlichen Produkt wie der Schraube stecken kann, beweist die Firma Schmid Schrauben Hainfeld mit der „RAPID® Hardwood“, einer Hartholzschraube, und sichert sich damit den niederösterreichischen Innovationspreis in der Kategorie „Große und mittelständische Unternehmen“.

In einem Forschungsprojekt mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus verwandten Bereichen entwickelte Schmid Schrauben über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren und mit mehreren tausend Versuchen die erste baurechtlich zugelassene Hartholzschraube, die im Laubholz (wie Buche und Eiche) ohne Vorbohren verarbeitet werden darf. „Die Jury begründete ihre Entscheidung mit drei wichtigen Kriterien : der Effizienzsteigerung für Anwender, dem Beitrag zur Verwendung von nachhaltigen Baustoffen sowie der außergewöhnlichen Lösungskompetenz“, informiert Markus Tadler von Schmid Schrauben.

Aktuell müssen Schrauben in Hartholz ab einer Länge von 80 Millimetern vorgebohrt werden. „Dies liegt vor allem an der höheren Dichte des Materials und den damit höheren Beanspruchungen, die auf die Schraube einwirken. Durch die Veränderung einer Vielzahl an Parametern schaffte es Schmid Schrauben, die einwirkenden Kräfte zu reduzieren und damit eine direkte Verschraubung im Hartholz – ohne Vorbohren – zu ermöglichen“, sagt Tadler. Diese patentierte Innovation stellt für die holzverarbeitende Industrie eine absolute Weltneuheit dar.

Hartholzschrauben sind ein zukunftsträchtiges Produkt. „Aufgrund der klimatischen Veränderung ist eine Veränderung der Zusammensetzung der Wälder erkennbar. Klassische Bauhölzer wie Fichte und Kiefer wandern immer weiter in höher gelegene sowie nördlichere Regionen und sind in unseren Breiten verstärkt von Schädlingen, wie etwa dem Borkenkäfer, betroffen“, führt Tadler aus. Der Umstieg in der Forstwirtschaft erfolgt von der reinen Fichten-Monokultur immer mehr hin zu Mischwäldern. „Damit gibt es in Zukunft wesentlich mehr Hartholz am Markt, das in der Bauwirtschaft eingesetzt wird“, ist er überzeugt. Hartholz an sich ist zwar teurer, aber durch die höhere Festigkeit benötigt der Holzbau weniger Material, um im Vergleich zum Nadelholz den gleichen Belastungen standzuhalten.