Eder: „Das war ein Verlustgeschäft“. Herbert Eders Idee einer Privatklinik mit Gesundheitszentrum und Bühnenwirtshaus in der Gemeinde ist gescheitert.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:17)
Gravogel, privat
Der Gasthof „Zwei Linden“ sucht einen neuen Betreiber. Herbert Eder (kleines Bild) will sich verstärkt der Informationsmedizin widmen, wo er auch auf der Universität in Venlo unterrichtet.

„Wenn man in etwas mehr reinsteckt, als raus-springt, macht eine Fortführung keinen Sinn“, sagt Herbert Eder. Der Lilienfelder Unternehmer verkündet überraschend, dass er den Selfness-Gasthof „Zwei Linden“ mit 19. Februar schließt, das Lokal „Gwölb“ sperrt er nach dem Dirndlkränzchen ebenso. Und auch von seinem Gesundheitszentrum in Hohenberg verabschiedet er sich.

„Hohenberg ist zwar ein schöner grüner Ort, aber einfach zu dezentral vom Flughafen gelegen für so ein Angebot.“

Herbert Eder

Rückblick: Vor rund drei Jahren hat Eder den Gasthof erstanden, ebenso kaufte er das Gesundheitszentrum. Seither hat sich der Betreiber der SLC-Unternehmensgruppe, die als größter Flüchtlingsunterkunftgeber des Landes Bekanntheit erlangte, neben dem Kauf und der Sanierung finanzmaroder Firmen immer mehr der Medizin gewidmet. So wollte er mit dem Selfnesszentrum ein medizinisches Angebot „all around“ mit dem Schwerpunkt alternative Gesundheitskonzepte und Klinik samt Bettenstation für Darmkrebspatienten schaffen. Patienten wie deren Angehörige, für die er Selfness-Gasthof-Zimmer bietet, sollten dabei Unterhaltung im „Zwei Linden“ finden, das als Bühnenwirtshaus geführt wurde.

„Hohenberg ist zwar ein schöner grüner Ort, aber einfach zu dezentral vom Flughafen gelegen für so ein Angebot.“ Herbert Eder

Doch Eder hat sich vom Gesamtkonzept völlig verabschiedet. „Ich habe in den Gasthof monatlich 20.000 Euro reingesteckt. Mit einem Personalstand von acht Mitarbeitern deckt sich das nicht, da es untertags immer Leerzeiten gibt“, sagt er. Das Kellerlokal „Gwölb“ sei nie kostendeckend gewesen. „Ich habe eine Million Euro investiert. Es war sicher ein Verlustgeschäft, aber wir haben Erfahrungen sammeln können und können unsere Konzepte optimieren“, sagt er. Aus dem Gesundheitszentrum hätten sich Mediziner und Therapeuten aus verschiedensten Gründen zurückgezogen.

Gravogel, privat

Ortschef bedauert Eders Rückzug

Das Konzept einer Privatklinik hat Eder freilich nur für Hohenberg verworfen. „Das machen wir im Ausland, Hohenberg ist zwar ein schöner grüner Ort, aber einfach zu dezentral vom Flughafen gelegen für so ein Angebot“, resümiert er. In welches Land er sich verlagern will, möchte er nicht bekannt geben.

Dass er in der Ballsaison, der Hochzeit an Veranstaltungen im „Zwei Linden“, zusperrt, sieht Eder als kein Problem. „Der Schließungszeitpunkt ist so gewählt, dass die meisten Veranstaltungen durchgeführt werden können“, sagt er. Für den Gasthof sucht er einen Pächter oder Käufer, ebenso für das Gesundheitszentrum. Die Gemeinde unterstützt ihn bei der Suche.

Eder hofft, dass alle acht Jobs im Gasthaus erhalten bleiben können und der Betrieb rasch fortgesetzt wird. In puncto Übergabe des Gesundheitszentrums gäbe es schon konkrete Gespräche mit einem Arzt, den Eder im NÖN-Gespräch aber noch nicht nennen möchte. Hohenbergs Bürgermeister Heinz Preus bedauert Eders Rückzug: Das sei sehr schade für den Ort.