Mariazell will Luftkurort werden. Das Bioklima dürfte passen, sämtliche Kriterien werden erfüllt, der Start erfolgte mit den Behördenkontakten.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 21. Januar 2021 (03:23)
Mariazell strebt das Prädikat „Luftkurort“ an und verspricht sich davon viele Vorteile, in touristischer und wirtschaftlicher Hinsicht.
Girrer

„Die Ausweisung der Stadtgemeinde Mariazell und aller Ortsteile als Kurort hat eine erhebliche Aufwertung des Mariazeller Landes zur Folge“, erklärt Bürgermeister Walter Schweighofer seine Idee.

Und: „Wir erwarten uns dadurch sowohl einen touristischen als auch wirtschaftlichen Mehrwert, darüber hinaus versprechen wir uns davon noch mehr Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner des Mariazeller Landes.“ Außerdem bedeute es einen nachhaltigen und langfristigen Schutz des eigenen Lebensraumes und der Natur.

Bereits in den Sechzigerjahren war die Ernennung Mariazells zum „Luftkurort“ schon einmal in greifbarer Nähe, wurde letztlich dann aber doch nie Wirklichkeit.

„Die Ausweisung der Stadtgemeinde Mariazell und aller Ortsteile als Kurort hat eine erhebliche Aufwertung des Mariazeller Landes zur Folge“

Bürgermeister Walter Schweihofer erwartet eine Aufwertung des Mariazellerlandes.
ÖVP Mariazeller Land - J. Kuss

Schweighofer startet nun mit einem neuen Anlauf, denn die Gemeindestrukturreform und die damit verbundene Zusammenlegung Mariazells mit den Gemeinden Gußwerk, Halltal und St. Sebastian im Jahr 2015 hat viele entscheidende Faktoren verändert. Etwa den Anteil von Grünflächen und Wald.

Das sogenannte Bioklima, das als Grundlage für die Ernennung zum Luftkurort dient, dürfte jedenfalls passen. Zu den Kriterien zählen Faktoren wie die Pollenbelastung, die Sonnenstunden, die Anzahl der Nebeltage, ein möglichst hoher Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen sowie natürlich die Luftqualität insgesamt. „Wer das Mariazeller Land kennt, weiß, dass wir diesbezüglich die besten Voraussetzungen haben“, gibt sich Schweighofer zuversichtlich.

Kurorte bedürfen grundsätzlich einer Anerkennung der NÖ Landesregierung, ein Verfahren wird auf Antrag der Gemeinde eingeleitet. Ein Gebiet ist schließlich als Luftkurort anzuerkennen, wenn ortsgebundene klimatische Faktoren nachgewiesen werden, welche die Erhaltung oder Wiedererlangung der Gesundheit fördern.

Die ersten Behördenkontakte sind bereits erfolgt, in den nächsten Wochen und Monaten werden die erforderlichen Gutachten eingeholt und die bereits vorhandenen Luftgüte-Messstationen der ZAMG überprüft und auf den aktuellen Stand gebracht. Auch die Verkehrssituation wird in diesem Zusammenhang evaluiert werden. „Danach sind die Behörden am Wort“, so der Bürgermeister.