Ansturm auf die Tagesziele im Bezirk Lilienfeld. Gemeindealpe meldet 14.800, Annaberg 7.000 Gäste. Zehn Prozent Besucherplus für den Eibl-Jet.

Von Markus Zauner. Erstellt am 05. August 2020 (04:19)

Zur Halbzeit der Sommerferien sind die großen Tagesausflugsziele in heimischen Gefilden mit dem Besuch zufrieden. Das Gros glaubt, zumindest an die Vorsaison anknüpfen zu können – trotz Corona. Die Details im Überblick:

Eibl-Jet Türnitz: „Wir merken sehr wohl einen Anstieg an Gästen. Der Juli 2020 war im Vergleich zum Juli 2019 um circa 10 Prozent stärker“, rechnet Geschäftsführer Karl-Heinz Wieland vor. Die Sommer-Rodelbahn würde nicht nur Besucher aus Österreich, sondern vermehrt auch aus Deutschland und Ungarn anziehen.

„Nach den Sommerferien wissen wir sicher mehr“

Zum jetzigen Zeitpunkt könne man, so Wieland, noch nicht sagen, ob der gute Juli am prognostizierten „Urlaub daheim“-Boom liege, ob die Gäste den wettertechnisch schlechten Mai und Juni nachholen wollten oder ob sie den geplanten Besuch im August bereits vorgezogen haben. „Nach den Sommerferien wissen wir sicher mehr“, betont Wieland.

Weiter abzuwarten bleibe auch, ob die im Mai und Juni zu 100 Prozent ausgefallenen Schulausflüge eventuell wie in den letzten Jahren im Herbst stattfinden können. „Insgesamt glauben wir aber, dass wir aufgrund der erhöhten Besucherzahlen in der Hauptsaison annähernd an die Vorjahre anknüpfen können“, zeigt sich der Geschäftsführer optimistisch.

Gemeindealpe Mitterbach: Mit einer Gästesteigerung aufgrund der Situation habe man gerechnet, die Erwartungen seien aber sogar etwas übertroffen worden, strahlt NÖVOG-Sprecherin Katharina Heider-Fischer. In Zahlen brachte der Juli 14.800 Gäste, das bedeutet ein Plus gegenüber dem Juli 2019 um 2.600 Besucher. Die Prognose für die gesamten Sommerferien fällt ebenso vielversprechend aus. „Im Juli und August 2019 durften wir knapp 33.000 Gäste auf der Gemeindealpe begrüßen, diese Zahl ist für heuer durchaus realistisch erreichbar, bestenfalls sogar zu toppen. Grundvoraussetzung ist, wie immer, gutes Wetter“, so Heider-Fischer.

Ötscherbasis Wienerbruck: Naturpark-Projektleiter Florian Schublach zieht ebenso eine zufriedene Halbzeitbilanz: „Im Juli 2020 liegen wir etwa 1.000 Eintritte über dem Juli 2019.“ Seit Saisonbeginn zählt man noch um rund 1.000 Eintritte weniger als im Vorjahr. Schublach ist aber optimistisch, den leichten Rückstand auf 2019 im Laufe der Saison noch wettmachen zu können – wenn das Wetter mitspielt. Den Wanderern stellt der Naturpark-Projektleiter in puncto Einhaltung der Corona-Sicherheitsregeln ein gutes Zeugnis aus: „Die Leute sind sehr diszipliniert.“

Annaberger Lifte: Im Juli wurden rund 7.000 Gäste am Berg gezählt, seit dem Start der Zipline, der neuen Seilrutsche, am 29. Mai waren es 9.500 Besucher. „Aufgrund der geänderten Voraussetzung durch Covid-19 sind unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt worden. Die Zipline Annaberg hat sich als Besuchermagnet herausgestellt“, jubelt Lifte-Chef Karl Weber.

"Zipline Annaberg hat sich als Besuchermagnet herausgestellt“

Erfahrungsgemäß sei der August immer der stärkere Monat in den Ferien. „Daher erwarten wir ebenfalls eine leichte Steigerung gegenüber dem Juli 2020“, so Webers verheißungsvoller Blick in die Zukunft. Detail am Rande: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner war beim Zipline-Flug im Rahmen der Eröffnung am 29. Mai so begeistert, dass sie auch bereits privat mit ihrer gesamten Familie die neue Attraktion bei den Annaberger Liften besucht hat.

Muckenkogel-Lift: Aufgrund der Corona-Pandemie, die einen um einen Monat verspäteten Liftstart brachte, und der schlechten Witterung im Juni würden die Bergbahn-Zahlen leider weit hinter den letzten Jahren rangieren, beklagt Lifte-Chef Christian Buxhofer. Der Vormonat selbst brachte hingegen eine Steigerung zum Vorjahr. „Im Juli 2020 hatten wir 22 Betriebstage und durften 2.550 Gäste begrüßen, im Juli 2019 waren es 1.586 Gäste bei 19 Betriebstagen“, weiß Buxhofer beim Blick in die Bücher.

Für den laufenden Monat ist der Lifte-Chef zuversichtlich: „Im August durften wir im Schnitt der letzten Jahre 4.000 Gäste begrüßen. Wenn das Wetter mitspielt, erhoffe ich mir das auch für das heurige Jahr. Der August ist immer der Star der Wandersaison und damit besser als der Juli.“

Weißer Zoo Kernhof: „Im Moment sind wir sehr gut besucht. Das liegt an den äußerst seltenen Tieren, die es sonst nirgends zu sehen gibt“, freut sich Herbert Eder. Aufgrund des wegen der Corona-Pandemie um eineinhalb Monate verspäteten Saisonstarts sei es allerdings nicht realistisch, die Vorjahreszahlen zu erreichen.

JUFA Annaberg schließt im Juli an das Vorjahr an

Gute Nachrichten kommen aus der Hotellerie. Sprecher Martin Seger-Omann bestätigt beispielsweise für den Annaberger Leitbetrieb, das JUFA Annaberg, nach einem eher verhaltenen Start eine „sehr positive Buchungslage.“ Im Juli werde das 208-Betten-Hotel annähernd an das Ergebnis des Vorjahres anschließen, was angesichts der Situation rund um Covid-19 beeindruckend sei. Und: „Auch im August sehen wir, dass unser Produkt in Kombination mit der Region und den touristischen Angeboten funktioniert. Bereits jetzt sind für den August mehr als die Hälfte der Zimmer gebucht. Aufgrund des Trends zum kurzfristigen Buchungsverhalten vieler Familien rechnen wir hier noch mit einem weiteren Anstieg“, gibt Seger-Omann Auskunft.

Tourismuslady Katalin Burger schätzt die gesamte Bettenauslastung in Annaberg im Juli (Zahlen gibt es noch keine) auf 70 bis 80 Prozent. In einer ähnlichen Größenordnung lägen die bisherigen Buchungen für August. „Man sieht, die Leute suchen sichere Urlaubsdestinationen“, weiß Burger. Abgehen würden wegen der Pandemie heuer naturgemäß die Gruppen.