Habakuk: Jubiläum und letzte Ruhe in Lilienfeld

Vor 50 Jahren gab es die erste Folge von Habakuks Kasperltheater. Begraben ist der Künstler in der Bezirksstadt.

Erstellt am 05. Oktober 2021 | 09:28

Zauberer Tintifax, Gans Mimi oder Helmi: Mit den von ihm selbst angefertigten Puppen prägte Arminio Rothstein bis 1994 als Clown Habakuk das ORF-Kinderfernsehen. Nun feiern Kasperl und Tintifax ihren 50. Geburtstag: Die erste Folge von Habakuks Kasperltheater flimmerte am 29. September 1971 über die Bildschirme.

Die wenigsten wissen freilich, dass der am 1. Oktober 1994 verstorbene TV-Star und Ausnahmekünstler Arminio Rothstein seine letzte Ruhestätte am Friedhof in Lilienfeld gefunden hat – im Familiengrab Gröber. „Das war sein Wunsch“, erzählt Witwe Christine Rothstein. Die gebürtige Lilienfelderin stammt aus der Familie Gröber, ihr Vater war Sparkassenleiter in der Bezirkshauptstadt, Bruder Leo Gröber wohnt in Traisen. Die ehemalige Lehrerin lernte Arminio Rothstein im ersten Unterrichtsjahr in Wien am BG 20 kennen, wo der spätere TV-Star Bildnerische Erziehung und Werken lehrte.

„Neu war, dass ein Mensch, Clown Habakuk, vor der Bühne mit seinen Puppen als gleichwertiger Partner agierte.“ Die gebürtige Lilienfelderin Christine Rothstein

„Neu war, dass ein Mensch, Clown Habakuk, vor der Bühne mit seinen Puppen als gleichwertiger Partner agierte. Es wurde gezaubert, gesungen und sich gemeinsam vor dem Zauberer Tintifax I. gefürchtet. Neu war auch, dass alle Puppen einen beweglichen Mund hatten. Für Arminio war es wichtig, sprechende Puppen auf dem Bildschirm auch tatsächlich sprechen zu sehen“, erinnert sich Christine Rothstein an ihren verstorbenen Mann. Die Sendung bekam im Laufe der Jahre verschiedene Namen: Habakuks Kasperltheater, Clown Habakuks Puppenzirkus und Kasperl und Habakuk. Seit 1997 heißt sie Kasperl und Buffi. „Bis zum heutigen Tag. Tintifax blieb natürlich fixer Bestandteil der Kasperlsendung und ist heute Kult“, weiß Christine Rothstein zu erzählen.

Zum Jubiläum sollte es Kasperl und Tintifax als Zinnfiguren geben. „Corona hat uns das verschieben lassen, es gibt zu wenig ,Rohmaterial‘. Aber es wird schon: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, verspricht Christine Rothstein. Auf Kurs ist ein anderes Projekt: Die rund 600 von Arminio Rothstein entworfenen und gebauten Puppen sollen künftig in den Museumswelten Vorarlberg in Frastanz zu sehen sein, denn da entsteht gerade das „Habakuk“. Wobei Christine Rothstein betont: „Von einigen ,Herzenspuppen‘ kann ich mich sowieso nicht trennen, die leben alle bei uns im Puppenhaus: Kasperl, Tintifax, der dumme Diener Eusebius, Dracherl Buffi, Toby&Tobias, Gans Mimi, Helmi, Bumsti und die Maus. Erst nach meinem Tod bin ich gewillt, alle Puppen ins ,Habakuk‘ zu geben.“ Derweil führt die 76-Jährige das Gedankengut ihres verstorbenen Mannes auch noch aktiv weiter und veranstaltet mit Lebensgefährten Robert Swoboda und dem Team des Theaters Arlequin sehenswerte Programme für Kinder und Erwachsene.