Bezirk Lilienfeld: Schutzmasken aus eigener Produktion. Stoffreste werden von Bürgern mit viel Enthusiamus umfunktioniert. Die Polizei trägt offizielle Nasen-Mund-Schutzmasken.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 08. April 2020 (04:07)
Susanne Stiegler mit Enkel Elias Birkfellner und ihren Kindern Alexandra und Nico Stiegler (v. l.) näht gratis Gesichtsbehelfsmasken.
Birkfellner

Seit Montag ist es in Supermärkten und Drogeriemärkten Pflicht: das Tragen von Gesichtsschutzmasken aufgrund der Gefahr, dass man via Tröpfen-Infektion Covid-19 übertragen könnte.

Bereits in der Vorwoche hat dies auch im Bezirk einen Masken-„Hype“ ausgelöst, denn nicht jeder hat eine offizielle Mundschutzmaske aus dem medizinischen Bedarf zur Hand. Viele Bürger ließen daher ihrer Kreativität freien Lauf, um sich für sich selbst und auch andere Masken zu schneidern. Via sozialer Netzwerke präsentierten viele ihre Werke.

„Ich habe schon über 100 Masken genäht“

Eine davon ist die Traisnerin Susanne Stiegler: „Ich habe schon über 100 Masken genäht“, erzählt sie, dass sie sehr viele Stoffreste zu Verfügung hat und diese sinnvoll nutzen möchte. „Zuerst habe ich nur meine Familie ausgestattet, dann fand ich Gefallen daran und nähte immer mehr“, berichtet sie. Jetzt möchte sie die Masken all jenen zukommen lassen, die eben keine zur Verfügung haben. „Die Masken werden vorläufig in Rücksprache mit den Geschäftsbetreibern bei ,Nicky Back‘ in der Ebnerstraße und bei der Bäckerei Schindl in Traisen aufgelegt“, verrät sie.

Da sie die Masken ehrenamtlich näht, bittet die Reinigungskraft lediglich um eine Spende für die örtliche Rettung. „Diese ist in Zeiten wie diesen besonders wichtig“, ist sie überzeugt. Auch andere Privatpersonen wie die Rohrbacher Naturfreunde-Jugendreferentin Petra Stari haben sich für den Eigenbedarf eine Behelfsmaske genäht. Karin Steyrer vom Kaufhaus Eichberger in Hainfeld liefert zum Maskenschneidern extra Bänder.

Eine bunte Blumen-Behelfsmaske trägt Petra Stari.
Stari

Bundesrat und Rohrbacher Bürgermeister Karl Bader hat eine Behelfsmaske von Schneiderin Brigitte Rosenbaum, trägt aber auch die offizielle Nasen-Mund-Schutzmaske. „Eine solche trug ich im Parlament, wo wir an die 90 gesetzliche Bestimmungen zur Bewältigung der Coronakrise diskutierten“, schildert er. Auch die Polizei ist mit offiziellen Nasen-Mund-Schutzmasken ausgestattet. „So können wir einen für alle sicheren Dienstbetrieb gewährleisten“, sagt Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner.

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