Fragen an die Spitzen-Kandidaten im Bezirk Lilienfeld

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 04:39
Lesezeit: 5 Min
Kandidaten Landtagswahl Bez st. Pölten
Foto: zVg

Braucht die Region eine Reaktivierung aufgelassener Bahnstrecken, eine Verbesserung des bestehenden Öffi-Taktes auf Bahn wie auf Schiene?

Sandra Böhmwalder (ÖVP): „Es braucht keine Reaktivierungen, sondern Attraktivierungen, die Planungen sind angelaufen und der Halbstundentakt im Gölsental wird umgesetzt.“

Christian Fischer (SPÖ): „Es braucht eine Ausweiche zwischen Traisen und Hainfeld - nur so ist ein höherer Takt realisierbar – und eine Öffnung der Strecke Schrambach-Freiland für den Personenverkehr inklusive Anbindung per S-Bussen nach Türnitz und St. Aegyd.“

Wolfgang Baumann (FPÖ): „Die ÖVP hat in den letzten Jahren mit ihrer Politik dafür gesorgt, dass es im halben Bezirk keine Bahnanbindung mehr gibt. Wir Freiheitliche fordern seit Jahren die Wiederöffnung, zum Beispiel der Bahnstrecke über den Gerichtsberg.“

Manouchehr Assadi (NEOS): „Die Reaktivierung der Bahnstrecken und verdichtete Taktungen sind wichtige Bestandteile für den Ausbau eines flächendeckenden Bahnnetzes und damit eine attraktive Alternative zum Pkw.“

Hikmet Arslan (Die Grünen): „Die Grünen NÖ setzen sich nun nach dem Klimaticket seit Jahrzehnten für den Erhalt der Trassen und für Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken ein, denn das Bahnnetz funktioniert umso besser mit klimafreundlichen Zubringern. Daher drängen die Grünen auch bei den Opfern der Zusperrpolitik der ÖVP NÖ auf Reaktivierung.“

Braucht es eine S34, um die Anbindung an den Bezirk St. Pölten-Land zu verbessern? 

Sandra Böhmwalder (ÖVP): „Zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes braucht es Verbesserungen im öffentlichen Verkehr, wie auch im Straßenverkehr! Das Auto gehört im ländlichen Raum zur Lebensrealität der Menschen und ist für viele eine Notwendigkeit.“

Christian Fischer (SPÖ): „Die ewige Diskussion ist sehr müßig. Besser sollte man den Ausbau der B 20 andenken, damit die Fahrzeit in den Zentralraum in einem Rahmen für alle Verkehrsteilnehmer bleibt.“

Wolfgang Baumann (FPÖ): „Die S 34 ist für die Zukunft des Bezirks unverzichtbar. Daher ist es absolut verantwortungslos, dass ÖVP und Grüne ihren Bau gestoppt haben.“

Manouchehr Assadi (NEOS):  „Wir begrüßen die angekündigte Redimensionierung, weil dadurch ein überdimensioniertes Projekt verhindert wurde. Wir wünschen uns aber primär eine Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene.“

Hikmet Arslan (Die Grünen): „Nein, aufgrund des hohen Bodenverbrauchs und der Klimaschädlichkeit ist die S 34 nicht mehr weiter zu verfolgen. Den Menschen ist eine zukunftsfähige Mobilität ohne S 34 wichtiger als ein fossiles Straßenbauprojekt.“

Wie kann man ausgestorbene Ortskerne im Bezirk wieder beleben?

Sandra Böhmwalder (ÖVP):  Die Politik kann hier für attraktive Rahmenbedingungen sorgen. Viele unserer Gemeinden gewähren etwa eigene Förderungen für Betriebsansiedelungen und stellen die nötige In-frastruktur her.“

Christian Fischer (SPÖ): „Ein schwieriges Thema, auf das es keine kurze, einfache Antwort gibt. Hier braucht es ein gesamtes Konzept für unseren einwohnermäßig kleinen Bezirk, um auch das Überleben neuer Betriebe sicherzustellen.“

Wolfgang Baumann (FPÖ): „Eine Wiederbelebung der Ortskerne ist nur möglich, wenn die regionalen Klein- und Mittelbetriebe wieder gestärkt werden und ihnen nicht zugunsten von Konzernen das Leben schwer gemacht wird.“

Manouchehr Assadi (NEOS):  „Wir wollen ein proaktives Ortskernmanagement und entsprechende Anreize, zum Beispiel für Greißler. Dazu braucht es Begrünungen und Entsiegelungen.“

Hikmet Arslan (Die Grünen):  „Ortskerne beleben, nicht grüne Wiese betonieren“ muss das Motto lauten. Wir treten für ein ordentliches Leerstandsmanagement und eine Nahversorgung mit regionalen und biologischen Produkten ein.“

Braucht es mehr grüne Energie in der Region, um leistbaren Strom zu gewährleisten?

Sandra Böhmwalder (ÖVP): „Mehr grüne Energie ist unumgänglich, obwohl der Bezirk hier Vorzeigebezirk ist. Durch die Schaffung von Energiegemeinschaften kann die Wertschöpfung in der Region gehalten werden.“

Christian Fischer (SPÖ): „Erneuerbare Energieformen sind die Zukunft – was es aber für leistbaren Strom braucht, ist die Abschaffung des ,Merit-Order-Prinzips‘, durch das sich der Strompreis zumeist an teuren Produzenten wie Gaskraftwerken orientiert.“

Wolfgang Baumann (FPÖ): „Der Ausbau erneuerbarer Energie ist zu befürworten. Zur Strompreis-Senkung braucht es aber mehr: massive Steuersenkungen, einen Preisdeckel sowie Schluss mit brutalen Stromrechnungen landeseigener Energieversorger.“

Manouchehr Assadi (NEOS):  „Der Ausbau von Photovoltaikanlagen etwa auf Parkplätzen oder Hausfassaden ist ein erster Ansatzpunkt. Nur durch den Ausbau werden wir zu verträglichen Preisen kommen.“

Hikmet Arslan (Die Grünen): „Ja. Die Abhängigkeit von Russland und Saudi-Arabien bedeutet ansonsten im Umkehrschluss: teure Energie, Zittern vor jeder Stromrechnung.“

Was erwarten Sie sich für ein Wahlergebnis im Wahlkreis?

Sandra Böhmwalder (ÖVP):  „Ich freue mich auf viele Vorzugsstimmen, damit ich im NÖ Landtag eine starke Stimme für den ländlichen Raum, eine starke Stimme für die Menschen in unserem Bezirk sein kann.“

Christian Fischer (SPÖ): „Das entscheiden die Wählerinnen und Wähler am Sonntag.“

Wolfgang Baumann (FPÖ): „Ich hoffe, dass die Wählerinnen und Wähler ein klares Zeichen für Veränderung in Niederösterreich setzen, die nur mit einer starken FPÖ möglich ist. Die absolute Mehrheit der ÖVP muss fallen!“

Manouchehr Assadi (NEOS): „Die Wahl ist eine Chance, das Ruder herumzureißen und zukunftsorientierte gegen veraltete Politik einzutauschen. Ob dieses Angebot angenommen wird, werden wir am Wahlabend sehen.“

Hikmet Arslan (Die Grünen): „Ich erwarte mir Zugewinn. Nach den Krisen und dem Krieg wollen die Menschen Handlungen und Klartext. Die Menschen verdienen Politikerinnen und Politiker, die heute mutig sind für morgen.“

Umfrage beendet

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