Wenig heiße Tage und Unbeständigkeit. Bäder- und Wetterbilanz / Mit geringen Besucherzahlen hatten Freibäder im Bezirk zu kämpfen. Saisonkarten besser angenommen.

Von Astrid Krizanic-Fallmann und Nadja Straubinger. Erstellt am 08. September 2014 (12:33)
NOEN, bilderbox-bildagentur.at

BEZIRK LILIENFELD / Eine durchwachsene Bilanz ziehen die Verantwortlichen der Freibäder im Bezirk.

„Wir hatten 60 Mal geöffnet, das ist eher normal“, berichtet der Hainfelder Bademeister Christian Fasching. Im Vergleich dazu sind die Besucher aber eher ausgeblieben. Grund seien die zu wenig heißen Temperaturen sowie die fehlende Wetterkonstanz gewesen. „Bei einem an sich schönen Tag kommen nur 50 bis 70 Besucher, am zweiten Tag dann mehr und am dritten noch mehr“, schildert Fasching, „um wirklich einen Gästezuwachs zu haben, muss es kontinuierlich hintereinander warm sein. 22 oder 23 Grad sind zum Baden zu tief, die Leute gehen erst bei 30 Grad.“ Höher als 2013 war hingegen der Verkauf von Saisonkarten, ergänzt Fasching.

„Mit dem Bad sind keine schwarzen Zahlen zu schreiben“, weiß Gemeindeamtsleiter Ludwig Platzer, welcher dieses als „Serviceleistung für die Hohenberger und die Gäste“ versteht. Obwohl eine genaue Abrechnung noch ausständig ist, „haben uns die paar Tage mit schönem Wetter herausgerissen“, meint er. Gut angenommen wurde die neue Kinderrutsche. „Damit hat unser Bad an Attraktivität gewonnen“, sagt Platzer.

Ins selbe Horn stößt der St. Aegyder Gemeindeamtsleiter Hannes Gonaus: „Von der wirtschaftlichen Seite kann das Bad nicht gesehen werden.“ In St. Aegyd standen heuer 56 Badetage mit 3.516 Besuchern zu Buche. 2013 konnten 69 Badetage mit 6.300 Gästen verzeichnet werden. Die Einnahmen „gerettet“ hat ähnlich wie in Hainfeld die stärkere Nachfrage von Saisonkarten. „Die Tageseintritte machen nur 30 Prozent aus“, erklärt Gonaus.

Um 40 bis 45 Prozent weniger Benützer kamen ins Lilienfelder Freibad. „Die Saison war schwach und kurz, weil nach dem 10. August konnte nur mehr an Einzeltagen offen sein“, sagt Bürgermeister Herbert Schrittwieser. Die geringe Frequenz wirkt sich laut ihm nicht nur bei den Gemeindefinanzen aus. „Auch das Badbuffet, die Gasthäuser am Radweg oder die Hütten am Muckenkogel hängen dran“, weist Schrittwieser hin.

Bitter fällt indes die Beurteilung durch die Türnitzer Gemeindeamtsleiterin Bianca Punz-Bertl aus. „Es ist die schlechteste Saison des Naturbades seit der Eröffnung im Jahr 2008“, resümiert sie.

Beim Niederschlag gab es einen Überschuss

Regenwetter stand diesem Sommer fast auf der Tagesordnung und auch ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik bestätigt: „Sowohl im Juli als auch im August hat es einen Niederschlagsüberschuss im Bezirk Lilienfeld gegeben.“ Bei den Temperaturen lag die Durchschnittstemperatur im Juli etwa ein Grad über dem Mittel und im August ein Grad darunter. Die Sonne ließ sich laut Orlik im Juli 204 Stunden blicken und liegt damit im Durchschnitt, allerdings gab es im August etwa zehn Prozent weniger Sonne als im Mittel.