Bergquelle in Türnitz bringt Trinkwasser für das Land. Bergquelle in Türnitz soll künftig neues Trinkwasser für das Land bringen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 06. September 2019 (03:19)
EVN/Moser
EVN-Sprecher Stefan Zach gab sich zur Erkundung der Bergquelle „Kaltes Wasser“ in Türnitz ein Stelldichein.

Seit rund 20 Jahren steht die Bergquelle „Kaltes Wasser“ in Türnitz im Besitz von Niederösterreichs größtem Wasserversorger, der EVN Wasser. Jetzt sind die Vorbereitungsarbeiten angelaufen, um die Quelle für die Trinkwasserversorgung nutzbar zu machen, bestätigt EVN-Sprecher Stefan Zach.

„Derzeit führen wir Untersuchungen hinsichtlich der Wasserqualität, der Bemessung des Einzugsgebietes sowie der Ergiebigkeit durch. Ziel ist es, die Quelle bei Bedarf für künftige Generationen als Reserve nutzbar machen zu können“, nennt Zach Details. Das Potenzial ist groß, die EVN rechnet damit, aus der Türnitzer Quelle bis zu 100.000 Haushalte mit frischem Trinkwasser versorgen zu können. Bis dahin wird es aber noch dauern. Schließlich sind weitreichende rechtliche Bewilligungsverfahren abzuwickeln.

Trinkwasser für 100.000 Haushalte

„Die Dauer derartiger Verfahren ist nur schwer abschätzbar, wird aber wohl mindestens mit zehn Jahren zu veranschlagen sein. Weiters wären dann noch entsprechende Transportleitungen über rund 60 Kilometer zu errichten, um das Wasser der Quelle dann in das Versorgungssystem von EVN Wasser einspeisen zu können“, verrät Zach.

Billig ist die Nutzbarmachung der Quelle freilich auch nicht. „Die Gesamtprojektkosten werden sich aus heutiger Sicht in einer Größenordnung von circa 45 Millionen Euro bewegen“, rechnet der EVN-Sprecher vor. EVN Wasser betreibt ein weitreichendes, überregional vernetztes Transportleitungssystem von derzeit etwa 1.630 Kilometern Länge, in welches eine Vielzahl von Wasserspendern eingespeist wird — künftig dann eben auch die Quelle „Kaltes Wasser“.

„Die Gesamtprojektkosten werden sich aus heutiger Sicht in einer Größenordnung von circa 45 Millionen Euro bewegen“

Türnitz selbst brauche für die Versorgung der Bürger von besagter EVN-Quelle freilich kein Wasser, verweist Bürgermeister Christian Leeb auf ausreichendes Ortsquellennass aus der Weidenau. Er sei aber durchaus dafür, dass im Zuge des EVN-Projektes Synergien genutzt werden — etwa, was gemeinsame Leitungsverlegungen betrifft.