Bürgermeister zieht Bilanz: Ära neigt sich dem Ende zu. Lift-Reaktivierung in Mitterbach zählt zu den wichtigsten Projekten für Alfred Hinterecker.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:02)
Beim Konzert des MV Mitterbach sprachen Gerhard Span, KapellmeisterThomas Teubenbacher, Vizebürgermeister Walter Schweighofer aus Mariazell, ÖVP-Bezirksgeschäftsführerin Sandra Böhmwalder, MV-Obmann Martin Voitech, Bundesrat Karl Bader, Paul Größbacher von der Bergrettung Mitterbach und FF-Kommandant Manfred Tod (v. l.) ihren Dank an Alfred Hinterecker (3. v. r.) für sein Wirken als Bürgermeister aus.
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„Die Tätigkeit war abwechslungsreich und nicht immer leicht“, sagt Alfred Hinterecker, „zusätzlich muss man sich ständig weiterbilden.“ Der 75-Jährige ist seit September 2001 Bürgermeister von Mitterbach. Anlässlich der kommenden Gemeinderatswahl hört der ÖVP-Politiker auf .

Er hätte die Funktion ursprünglich nicht angestrebt, erinnert sich der ehemalige Kaufmann an seine Anfänge als Nachfolger von Martha Hulatsch. „Ich habe mich bemüht, eine Basis zu schaffen, auf der man aufbauen kann“, betont Hinterecker, „wobei viele Maßnahmen einstimmig im Gemeinderat beschlossen wurden.“ Von den Projekten, welche in seiner Amtszeit umgesetzt wurden, sei besonders nach dem Aus von 1993 die Reaktivierung des Liftbetriebes auf der Gemeindealpe „gelungen und ein Schritt in die richtige Richtung, um touristisch wieder mitzuspielen“, meint er.

„Ich habe mich bemüht, eine Basis zu schaffen, auf der man aufbauen kann“

Das „schwierige Unterfangen“ der Eröffnung der Lifte 2003 wurde 2011 von der Übernahme durch die NÖVOG abgesichert. Dass diese genauso für die Mariazellerbahn verantwortlich zeichnet, begründet für Hinterecker den „zweiten Schritt zur Ausbau der Gemeindealpe mit Rundwanderweg und größerem Terzerhaus“.

Mit der Attraktivierung des Ausflugsberges ist von 2014 bis 2019 auch eine Steigerung bei den Nächtigungen von 17.000 auf 29.000 verbunden, weist der Mitterbacher Bürgermeister auf eine Auswirkung hin.

Ein wichtiger Punkt für ihn ist ebenfalls die Bewerbung für die NÖ Landesausstellung 2015, welche den Naturpark Ötscher-Tormäuer bekannter machte und die Renovierung des Schutzhauses Vorderötscher sowie Verbesserungen der Wanderwege und der Infrastruktur brachte. In der Folge investierten zudem Privatpersonen in touristische Unternehmen, will Hinterecker nicht unerwähnt lassen.

Der Naturpark spielt aktuell wieder eine Rolle. Da das angedachte „Floßfahren ad acta“ gelegt wurde, so der Bürgermeister, wird ein Leitsystem erarbeitet, um das Ortsgebiet besser einzubinden. „Damit die Wertschöpfung in Mitterbach bleibt“, erklärt Hinterecker.

Ein Anliegen ist dem Bürgermeister genauso die Förderung der Jugend und eines intakten Vereinswesens. Beim letzten Konzert des Musikvereins (MV) Mitterbach dankten indes der Kommandant der FF Mitterbach, Manfred Tod, der Ortsstellenleiter der Bergrettung Mitterbach, Paul Größbacher, und MV-Obmann Martin Voitech dem Bürgermeister und überreichten ein Geschenk. Gezeigt wurde außerdem eine Bilderpräsentation über dessen Wirken.

„Eine Steigerung der Hauptwohnsitzer ist nicht gelungen“

Ein Wermutstropfen der Bilanz seiner Ära ist jedoch für den Langzeit-Ortschef die Abwanderung der Bevölkerung. „Eine Steigerung der Hauptwohnsitzer ist nicht gelungen“, bedauert Alfred Hinterecker. Zuzug ermöglichen soll nunmehr der gerade laufende Wohnbau in Mitterbach. Unumgänglich ist für ihn weiters eine Ergänzung beim Kinderbetreuungsangebot.