Noch kein Urteil nach Absturz in Lilienfeld. Gutachter machte sich an Unglücksstelle ein Bild. Urteil nach Schmerzensgeldforderung über 17.968 Euro offen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 18. Juni 2019 (04:36)
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Symbolbild

Der Aufreger am Lilienfelder Hausberg ist um eine Facette reicher. Nachdem ein Wanderer, der im Juni 2018 am Muckenkogel abgestürzt war, eine Klage gegen den Fremdenverkehrsverein (FVV) Lilienfeld eingebracht hatte, gab es nun einen Lokalaugenschein an der Unfallstelle.

„Es war eine reine Befundaufnahme“, bestätigt Rechtsanwalt Alfred Schneider, der den FVV vertritt. Oder anders formuliert: Ein Sachverständiger machte sich in Begleitung von Kläger, Alfred Schneider und FVV-Obmann Martin Tröstl vor Ort ein Bild.

„Es war eine reine Befundaufnahme“

Präsentiert werden soll das Sachverständigen-Gutachten in der kommenden Verhandlungsrunde bei Gericht. „Dann wird man mehr sagen können, ob es sich um grobe Fahrlässigkeit des Fremdenverkehrsvereins handelt“, bestätigt Schneider.

Ebendiesen Vorwurf erhebt der Verunfallte. Er habe sich nach dem Abstieg von der Lilienfelder Hütte in Richtung Wasserfallsteig bei einem Aussichtspunkt für ein Erinnerungsfoto aufgestellt, als ein Holzgeländer brach.

Kläger fordert 17.968 Euro Schmerzensgeld

Der Kläger behauptet, sich nur leicht an die oberste Holzplanke angelehnt zu haben, als sich diese vom Steher gelöst habe. Das Holz sei morsch sowie nicht korrekt montiert und ausreichend befestigt gewesen, eine Kontrolle habe der FVV nicht vorgenommen, bekrittelt der Verunfallte. Er fordert nach dem 30-Meter-Absturz vom FVV als Halter des Weges laut Klageschrift 17.968 Euro Schmerzensgeld inklusive wahrscheinlicher Folgeschäden.

Die Argumentation der Gegenseite: Der Kläger habe sich auf die Holzplanke, die nicht zu Sitzzwecken gebaut worden sei, gesetzt, woraufhin diese unter seiner Last zusammengebrochen sei, betont Rechtsanwalt Schneider.

Ob es noch im Sommer zu einem Urteil kommt, bleibt abzuwarten. Jedenfalls dürften die kommenden Verhandlungsrunden länger als der Lokalaugenschein dauern — der war samt Marsch in rund eineinhalb Stunden erledigt. Fortsetzung folgt.