Acht Millionen Euro für Holzverarbeitung in Mariazell. Mariazeller Betrieb Kaml und Huber baut modernes Kompetenzzentrum. 30 Arbeitsplätze abgesichert, 20 neue könnten langfristig entstehen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 18. September 2020 (03:03)
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 In zweiter Generation wird der 1979 gegründete Familienbetrieb Kaml und Huber mit 30 Mitarbeitern in Mariazell geführt. Jetzt werden acht Millionen Euro in den Bau eines modernen Kompetenzzentrums für Holzverarbeitung investiert. Gebaut wird es ebenfalls von einem Mariazeller Unternehmen.

„Mit dieser Investition in den Standort wollen wir uns als obersteirisches Kompetenzzentrum für nachhaltige Verarbeitung von Lärchenholz positionieren“, sind sich die Firmen-Eigentümer Peter Kaml und Rudolf Huber einig. Mit dem Neubau könne das Verarbeitungsvolumen verdoppelt werden, damit werde auch die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Rund 50.000 m Holz sollen jährlich in der neuen Infrastruktur vom Stapel fallen. Damit wird die aktuelle Leistung des Betriebes verdoppelt. „Unsere 30 Arbeitsplätze können dadurch abgesichert werden. Wenn unser Konzept greift, können wir uns vorstellen, langfristig 20 neue Stellen zu schaffen“, hebt Huber hervor. Schon ab November soll sich die Holzverarbeitung auf 2.000 m erstrecken. Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, wird es dort hochoptimierte Fertigungsabläufe, Hightech-Förderanlagen, bedarfssynchrone Produktion sowie Holz-Produkte für Bauvorhaben geben.

„Unsere 30 Arbeitsplätze können dadurch abgesichert werden. Wenn unser Konzept greift, können wir uns vorstellen, langfristig 20 neue Stellen zu schaffen.“ Rudolf Huber

Umgesetzt wird der Bau der neuen Sägehalle von der Mariazeller Baugruppe Zefferer. „Die neue Halle wird über die bestehende wie eine Käseglocke darüber gestülpt. Dadurch können Produktionsstillstände bis auf wenige Ausnahmen verhindert werden“, erklärt Baumeister Hans-Peter Zefferer. Erst der Kran, der an der Decke der Fertigungshalle entsteht, werde die alte Produktionsstätte abtragen. Die Vergabe an ein Mariazeller Unternehmen war dem Familienbetrieb ein Anliegen. „Dass wir mit einem Mariazeller Baukonzept – neben kurzen Abstimmungswegen und regionaler Wertschöpfung – auch noch die wirtschaftlichste Lösung erreicht haben, macht uns besonders stolz auf unsere Region“, hebt Kaml hervor.

Nachhaltigkeit spiele generell eine große Rolle bei Kaml und Huber. Das gesamte Lärchen-Rundholz stamme aus zertifizierten Wäldern im Umkreis von 200 Kilometern. „Diese werden nachhaltig und unter besonderen ökologischen und ökonomischen Kriterien bewirtschaftet“, berichtet Kaml. 50 Prozent der Produkte bleiben in Österreich. Vor allem Lärchenleimbinder, Vertäfelungen und Außenverkleidungen werden verkauft. Die andere Hälfte wird exportiert, nach Italien, Deutschland, Frankreich, Ungarn oder in die Schweiz.

Landesrat Johann Seitinger ist erfreut: „Gerade in herausfordernden Zeiten schaffen solche Investitionen Zuversicht.“ Dieses Projekt, bei dem 85 Prozent der Gesamtinvestition in der Steiermark bleiben, beflügle die Innovationskraft der Holz- und Bauwirtschaft.