Arzt nach schwerem Covid-Verlauf: „Mein Leben wurde gerettet“

Erstellt am 21. Januar 2022 | 05:57
Lesezeit: 2 Min
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Grüße aus dem Spital: Patrick Killmaier kämpft sich ins Leben zurück.
Foto: privat
Patrick Killmaier (46), Allgemeinmediziner und Facharzt für Chirurgie sowie ehemaliger Bezirksstellenleiter des Lilienfelder Roten Kreuzes, über den Weg zurück nach seiner lebensbedrohlichen Corona-Erkrankung.

NÖN: Sie sind nach einem schweren Covid-Verlauf über einen Monat lang intubiert auf der Intensivstation des Universitätsklinikums St. Pölten gelegen. Wie geht es Ihnen aktuell?

Patrick Killmaier: Ich konnte vor knapp zwei Wochen die Intensivstation verlassen und befinde mich nun auf der Neurologie. Moderne Ausstattung und kompetentes, menschliches Personal haben mir das Leben gerettet. Das Universitätsklinikum St. Pölten stellt auch in der Behandlung von Long Covid mit komplizierten Atemwegsverläufen ein Kompetenzzentrum dar. Das zeigt, dass Niederösterreich wirklich ein guter Klinikaufbau im Sinne einer Universitätsklinik gelungen ist.

„Leider hatte ich trotz zweimaliger Impfung einen Impfdurchbruch.“ Patrick Killmaier, Arzt in der Reha-Phase

Wie erklären Sie sich Ihre Corona-Erkrankung?

Leider hatte ich trotz zweimaliger Impfung einen Impfdurchbruch. Wegen einer Kehlkopfentzündung habe ich gleichzeitig Cortison eingenommen. Das dürfte fehlende Antikörper verursacht haben.

Wie schaut Ihr weiterer Weg zurück ins Leben aus?

Derzeit befinde ich mich in der Aufbau- und Reha-Phase. Nach dem Aufenthalt im Uniklinikum St. Pölten sind Therapien im Landesklinikum Lilienfeld geplant, danach ist Rehabilitation in der Reha-Klinik Enns, die einen Schwerpunkt auf Long Covid hat, vorgesehen.

Wann rechnen Sie damit, wieder voll fit zu sein und ins Berufsleben zurückkehren zu können?

Ich schätze in einem Jahr. Bis dahin nehme ich mir eine Auszeit. Ich habe stark an Muskelmasse eingebüßt und bin leicht ermüdbar.

Sie sind Oberarzt am Landesklinikum Lilienfeld und mit Magdalena Grießler Leiter des Gesundheitszentrums (GSZ) Mariazell. Wie läuft der Betrieb im GSZ?

Andere Ärzte unterstützen Magdalena Grießler, die schier Unglaubliches leistet. Wir suchen aber noch weitere Allgemeinmediziner. Einschränkungen im Betrieb bitte ich zu entschuldigen, mein Weg dauert noch.