Film-Dreh in Hohenberg: Schicksale im Porträt. Aufnahmen mit dem Parkinson-Patienten Rudolf Roth erfolgten am Minigolfplatz.

Von Markus Zauner. Erstellt am 10. September 2019 (04:06)
Gravogel
Bürgermeister Heinz Preus sprach im Rahmen des Drehs mit dem Kamerateam über Energie- und Erholungsplätze in Hohenberg.

Seit 30 Jahren leidet Rudolf Roth (68) an Parkinson. Über die Zeitschrift „Blickpunkt“ des Dachverbandes NÖ Selbsthilfe stieß Edith Bachkönig, Filmproduzentin und Regisseurin, auf den Hohenberger. Dort wird plakativ beschrieben, dass Rudolf Roth seine Kraft aus der Natur schöpft und dazu Energieplätze aufsucht, Minigolf spielt und regelmäßig mit anderen Betroffenen der Parkinson-Selbsthilfegruppe „Edelweiß“ im Landesklinikum Lilienfeld trainiert.

„Wie so viele Betroffene von chronischen Krankheiten ist Rudi für mich ein Held des Alltags.“Edith Bachkönig, Regisseurin und Filmproduzentin

Beleuchtet werden im neuen Streifen der Bachkönig-Film in Kooperation mit der FH St. Pölten Schicksale von Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden. Mit Rudolf Roth wurde nach der Gymnastikstunde im Lilienfelder Spital nun auf dem Minigolfplatz in Hohenberg gedreht. „Ende September wird es noch einen Drehtag geben — mit Rudolf Roth auf seinem Kraftplatz im Wald, wo er Energie tankt, und beim Schnitzen mit Holz“, verrät Regisseurin Edith Bachkönig.

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Bürgermeister Heinz Preus, Minigolf-Obmann Herbert Koiser mit Enkelkindern sowie Rudolf Roth (v. l.) beim Drehtag am Minigolfplatz.

Der Film (Titel gibt es noch keinen) soll rund 25 Minuten lang werden, wobei ein Viertel der Sendezeit, also etwa sechs Minuten, dem Leiter der Selbsthilfegruppe „Edelweiß“ aus Hohenberg gewidmet wird. Ebenfalls zu einem Auftritt im Film kommt übrigens der St. Aegyder Herbert Koiser — als Freund von Rudolf Roth und ebenfalls Parkinson-Betroffener.

Die Premiere des Streifens ist am 11. November in St. Pölten geplant. Danach sind Ausstrahlungen in Österreich-Bild und in Okto TV vorgesehen. Außerdem soll der Film auf der Internetseite des Dachverbandes NÖ Selbsthilfe zu sehen sein.

Das anerkennende Resümee von Regisseurin Edith Bachkönig: „Wie so viele Betroffene von chronischen Krankheiten ist Rudi für mich ein Held des Alltags. Während wir uns mühelos durch den Tag bewegen und unseren Aufgaben nachgehen, sind chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen jede Minute gefordert. Sie bewältigen ihre Aufgaben mit doppelter Anstrengung, müssen Medikamente mit Nebenwirkungen nehmen und suchen nach alternativen Strategien, um der Krankheit zu trotzen.“ Rudolf Roth habe seinen Weg gefunden, so Bachkönig.