Spendenkonto für kranke Andrea überraschend aufgelöst. Ortschefin überwies Restsumme für kranke Andrea an Familie, um aus ihrer Sicht ein Wahlkampfthema zu beenden.

Von Markus Zauner. Erstellt am 05. November 2019 (04:34)
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Andrea Staudinger im Jahr 2018 mit ihrem Lieblingskuscheltier „Papa Bär“. Nun hat Ortschefin Gertraud Steinacher das Spendenkonto für das Mädchen aufgelöst und der Familie den Restbetrag über rund 11.300 Euro überwiesen

Alles begann im letzten Jahr, als für die an einem inoperablen Tumor samt starker Sehschwäche erkrankte Andrea Staudinger ein Spendenkonto eingerichtet wurde, auf dem über 23.000 Euro einlangten.

Jetzt überrascht ÖVP-Bürgermeisterin Gertraud Steinacher mit einem unerwarteten Schritt: Sie hat das Spendenkonto für die Volksschülerin aufgelöst und die restliche Summe (rund 11.300 Euro) direkt auf das Konto der Familie Staudinger überwiesen. Die Bürgerliste STEFAN benutze die Spendenaktion, um „mit Unwahrheiten beziehungsweise Halbwahrheiten gegen sie, Steinacher, medial vorzugehen“, begründet die Ortschefin. Sie beende mit der Kontoauflösung ein Wahlkampfthema hinsichtlich der Kommunalwahl 2020.

„Aus den Spendengeldern wurden die hohen Behandlungskosten und Anschaffungen von Spezialgeräten bezahlt"

In der Vergangenheit sei alles hundertprozentig korrekt abgelaufen, betont die Ortschefin: „Aus den Spendengeldern wurden die hohen Behandlungskosten und Anschaffungen von Spezialgeräten bezahlt. Zudem unterstützten die Gemeinde Ramsau und das Land NÖ die Familie durch verschiedene Zusatzfinanzierungen.“

Die Rechnungen seien nach Rücksprache mit Volksschuldirektorin Herta Smetana jeweils von ihr beglichen worden, ergänzt Gertraud Steinacher: „Dabei wurde immer darauf Bedacht genommen, dass das Spendengeld für Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erkrankung von Andrea ausgegeben wird.“ Und: „Der gewissenhafte Umgang mit den Geldern und die jederzeitige Einsichtnahme der Beteiligten waren oberstes Gebot des Gremiums“, so die Bürgermeisterin.

Bürgerlistenchef Stefan Steinacher wehrt sich auf NÖN-Anfrage gegen die Vorwürfe der ÖVP: Das Ganze sei eine Unterstellung, die Bürgerliste habe im Zusammenhang mit der Spendenaktion „nichts verbreitet“.