NÖ Aussteiger-Paar trampt auf dem Landweg nach Indien

Erstellt am 18. Jänner 2023 | 05:29
Lesezeit: 4 Min
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Abseits des Massentourismus bereisten Thomas Hadinger und Regina Hochecker schon faszinierende Länder.
Foto: privat
Paar mit Wurzeln im Bezirk Lilienfeld bzw. dem Pielachtal macht seinen Lebenstraum wahr und begibt sich auf individuelle Routen.

Regina Hochecker und Thomas Hadinger lernten einander 2016 auf der Dating-App „Tinder“ kennen. Beide hatten zu dieser Zeit extrem stressige und zeitraubende Jobs. Bei einem ihrer ersten Treffen fragte der selbstständige Fotograf und Filmemacher die studierte Wirtschaftsprüferin: „Kannst du dir eine Weltreise vorstellen?“

„Aussteigen hat sich damals als die einzig sinnvolle Entscheidung angefühlt“, meint die gebürtige Rohrbacherin Regina Hochecker heute.

„Aussteigen hat sich damals als die einzig sinnvolle Entscheidung angefühlt.“ Regina Hochecker Wirtschaftsprüferin

Drei Jahre später kündigten beide ihre Jobs, brachten den alten VW Bulli T3, Baujahr 1988, auf Vordermann und nach zweijähriger Kernsanierung des Oldtimers für eine Langzeitreise starteten sie ihren gemeinsamen Lebenstraum. Seit 15 Monaten sind die beiden nun unterwegs, leben und arbeiten im Van und das Motto lautet schlicht: „Der Weg ist das Ziel“.

„Wir haben uns vorgenommen, von Österreich auf dem Landweg Richtung Indien zu fahren. Unsere ungefähre Route führt uns über den Balkan, Griechenland, die Türkei, den Iran, Pakistan bis nach Indien“, sagt die 33-Jährige.

Europas Südosten haben die beiden schon erkundet. „Durch unseren auffälligen Bus ergeben sich fast täglich interessante Kontakte und Gespräche mit Einheimischen oder anderen Reisenden. In jedem Land versuchen wir so viel wie möglich über die Kultur, die Geschichte und die Menschen dort zu lernen“, erzählen die Weltenbummler.

Und immer wieder kommt es vor, dass die beiden aus dem Staunen nicht herauskommen. „In Bulgarien hat uns beispielsweise das auf 1.200 Metern Seehöhe gelegene Rila- Kloster besonders fasziniert. Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dieses einzigartige Bauwerk liegt gut versteckt zwischen dichten Wäldern. Schon die Straße hinauf ist ein Erlebnis. Sie schlängelt sich durch verwunschene Täler und pittoreske Bergdörfer,“ schwärmt das Paar.

Besonders angetan waren die Reisenden auch von Albanien. „Da sind wir drei Monate lang geblieben, denn das Land hat uns nicht nur landschaftlich überrascht, sondern auch die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen“, erinnert sich Regina Hochecker. Den bulgarischen Teil des Weit-Wanderwegs „E4“ von Sofia an die Grenze zu Griechenland, rund 260 Kilometer, wanderte die sportliche Globetrotterin übrigens in 17 Tagen zu Fuß.

Thomas Hadinger, dessen väterliche Wurzeln in Schwarzenbach an der Pielach zu finden sind, hat während der Aussteiger-Tour auch Filmaufträge zu erledigen. Der VW-Bus dient ihm dann als mobiles Produktionsstudio.

„Unsere Reise haben wir bewusst als ,Open-End-Reise‘ angelegt, da wir beschlossen haben, keine fixen Pläne zu machen. Wir lassen die Dinge auf uns zukommen“, erklärt der 36-Jährige. So leben sie ihre Form der „Work-Life-Balance“.

Aussteiger kann man via Social Media begleiten

Die beiden übernachten fast ausschließlich in der Natur. „Das heißt, wir campen ,wild‘ und wir versuchen, auch sonst so autark wie möglich zu sein. Unseren Strom generieren wir selbst“, berichtet Hadinger.

Wichtig ist dem Paar, dass sie sich treiben lassen. „Wir wollen in Land und Leute eintauchen, nicht eine vorab definierte Bucket-Liste abarbeiten“, betont Hochecker. Seit Dezember 2022 sind die beiden in der Türkei und erkunden die Südküste, die auch „türkische Riviera“ genannt wird.

„edelweiss.on.the.road“ heißt übrigens nicht nur ihr VW Bulli T3 . Zahlreiche Follower verfolgen die Aussteiger-Tour der beiden in den sozialen Medien auf Instagram @edelweiss.on.the.road. sowie auf Facebook und Tik Tok.