Schulsportstätten für Vereine: Musterknabe Lilienfeld. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Ortschef und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine mitunter ein langer und beschwerlicher. Eine Studie der Sportunion zeigt dabei, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht (Artikel rechts). Im Bezirk reichen die Kapazitäten freilich aus, wie der Rundruf belegt.

Von Markus Zauner und Gila Wohlmann. Erstellt am 10. September 2019 (05:27)
Wohlmann
Die vorbeugende ASKÖ-Wirbelsäulengymnastik findet in Traisen im Turnsaal der Volksschule statt. Den Kurs leitet Obfrau Moika Liegle, im Bild mit Andrea Hametner, Herbert Liegle und Raphaela Fasching (von links).

„Die Sportunion Lilienfeld könnte nicht bestehen, wenn die Turnsäle der Volksschule und NMS nicht zur Verfügung stehen würden“, zeigt sich Obfrau Hermine Labenbacher mit der aktuellen Nutzungsregelung, die genug Platz biete, zufrieden.

Neben der Union benützen den Turnsaal von NMS sowie MD & SKI in der unterrichtsfreien Zeit auch Fußball- und Karateverein, Paragleiterclub sowie Niederhofschule, bestätigt Direktor Martin Simader. Speziell in der kühlen Jahreszeit sei die Halle damit täglich voll ausgelastet.

„Durch die Disziplin der Vereine gibt es auch kaum zusätzlichen Reinigungsbedarf.“Martin Simader

Man versuche, den Turnsaal auch in den Ferien freizugeben, betont Simader: „Ausgenommen sind die Zeiten der Grundreinigung.“ Probleme gibt es nicht, erzählt der Direktor: „Unser Turnsaal wird regelmäßig gereinigt, so fallen keine Zusatzkosten an. Durch die Disziplin der Vereine gibt es auch kaum zusätzlichen Reinigungsbedarf.“ Und: „Die Benützer tragen eigenverantwortlich die volle Verantwortung. Auch diese Vorgehensweise hat bis dato sehr gut funktioniert“, so Simader.

Auf das gute Zusammenspiel verweist zudem Ortschef Wolfgang Labenbacher: „Für die Volksschulhalle und die Mittelschulhalle gibt es einen Plan, welcher Verein zu welcher Zeit in der Halle sein kann.“ Für anfallende Schäden kommen die Vereine auf. „Es gibt aber kaum Vorfälle, die Benützer gehen schonend mit Geräten und Räumen um“, bestätigt Labenbacher. Sein Fazit: „Die Schulsportstätten werden sehr stark genutzt. Genaue Stundenpläne ermöglichen eine optimale Nutzung.“

Vereinsfreundlich zeigt sich auch Hainfeld, hier stehen den Vereinen die Turnsäle in der Volksschule und NMS Hainfeld sowie der Bewegungsraum im Kindergarten kostenlos zur Verfügung, ebenso das Sportzentrum. „Anfallende Kosten für Strom und Heizung trägt die Gemeinde“, sagt Ortschef Albert Pitterle. Probleme durch die Vereinsnutzung gebe es nicht.

Genügend Platz bietet überdies Traisen: „Die Turnsäle der Schulen sind fast täglich von unseren Vereinen belegt“, sagt Bürgermeister Herbert Thumpser. Stets gebe es bestes Übereinkommen zwischen Gemeinde, Schulgemeinde und Vereinen. Abgesehen davon hätten die Vereine den Sportplatz zur Verfügung. Mit den derzeitigen Nutzungsmöglichkeiten finde man das Auslangen, bestätigt ASKÖ-Traisen-Obfrau Monika Liegle: „Das Entgegenkommen der Gemeinde gegenüber uns Vereinen ist sehr groß. Wir sind froh, den Volksschulturnsaal nutzen zu dürfen. Das funktioniert seit vielen Jahren bestens.“

Eschenau hat beim Volksschulumbau — der Turnsaal darf von Vereinen gratis genutzt werden — mit der Schaffung eines Extrazugangs besonders auf die Vereine geachtet. „So haben die Vereine außerhalb der Schulzeit Zutritt zu Turnsaal, WC, Umkleidekabine und Geräteraum“, erklärt Ortschef Alois Kaiser.

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