Operation ohne Narkose. Schmerzfrei / In St. Aegyd setzen Schmerztherapeut Alexander Kober und Chirurg Peter Ebm auf ein Lichtmesser zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms mittels Schlüssellochchirurgie.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 16. Juli 2014 (06:01)
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Mit einem Lichtmesser kann beim Karpaltunnelsyndrom Schlüssellochchirurgie eingesetzt werden. Chirurg Peter Ebm führt diese Operationen in St. Aegyd durch.

ST. AEGYD / Um eine medizinische Neuerung reicher ist St. Aegyd – Chirurg Peter Ebm setzt in Zusammenarbeit mit dem Schmerztherapeuten sowie Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin Alexander Kober ein Lichtmesser zur Operation des Karpaltunnelsyndroms ein.

Warum gerade in St. Aegyd, können die beiden leicht erklären. „Das Karpaltunnelsyndrom ist gerade im Tal sehr stark verbreitet. Es ist typisch für schwer arbeitende Menschen“, so Ebm. Dabei besteht eine Verengung des Nervenweges an der Handwurzel. Beim Karpaltunnelsyndrom leidet der Patient unter Schmerzen, Taubheit der Hand und oft auch unter permanentem Kribbeln. Schmerztherapeut Kober weiß: „Da die medikamentösen Therapieansätze sehr eingeschränkt sind, wird frühzeitig zur Lösung der Engstelle geraten.“ Erst wird versucht, Nervenblockaden an der Handwurzel durch therapeutische Strombehandlungen und den Einsatz abschwellender Mikrowellen sowie Ultraschallanwendungen zu lösen.

Versagen diese Methoden, kann nur mehr der Chirurg helfen. Ebm setzt zur Operation ein Lichtmesser ein, das ihm ermöglicht mittels Schlüssellochchirurgie die Verwachsungen zu lösen. „Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Patient keine Narkose braucht“, erklärt Ebm. Es wird eine örtliche Betäubung eingesetzt und nur ein kleiner Schnitt von etwa drei Millimetern gemacht. Der Eingriff dauert nur 15 Minuten.

„Die Gefahr ist immer, dass ein Nervenast abgeschnitten wird“, erklärt Ebm. Dann sei der minimalinvasive Eingriff eher ein Nachteil. Allerdings berge jede Operation ihre Risiken. Es gebe einen Nachteil, der grundsätzlich ein Vorteil ist: Durch den kleinen Schnitt neigen Patienten dazu zu sagen, „das war doch nichts“. Hier liege die Gefahr: „Es fehlt dann oft die Einsicht, dass hier wirklich eine Operation stattgefunden hat.“

„Das Karpaltunnelsyndrom ist gerade im Tal sehr stark verbreitet. Es ist typisch für schwer arbeitende Menschen.“

Peter Ebm, Chirurg.