„Beton und Wasser sind nie schön“. Fischaufstieg | Durchgängigkeit von Gewässern ist EU-Vorgabe. Kleinbetreiber ärgert sich über das unattraktive Aussehen.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 22. September 2014 (14:44)
Ärger herrscht bei Kleinkraftwerksbetreiber Klaus Reiter. Es musste ein Vertical-slot-Fischpass errichtet werden, Reiter hätte sich jedoch eine andere Lösung gewünscht.
NOEN, Gila Wohlmann

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie sieht eine Fischdurchgängigkeit bei Flüssen vor, die bis Ende 2015 umgesetzt werden soll. Die vorgeschriebene Fischaufstiegshilfe am Wiesenbach ärgert aber Kleinkraftwerksbetreiber Klaus Reiter.

„Ich bin nicht gegen die Ökologisierung, aber man hätte das auch mit weniger Aufwand erreichen können. Das Land schießt hier über das Ziel hinaus“, erklärt Reiter. Der ihm vorgeschriebene Vertical-slot-Fischpass sei optisch in der Natur nicht passend. „Wir haben jetzt zwei Betonwände als Stützen und zwei Becken geschaffen, über die die Fische wandern können“, so Reiter. Allerdings gebe es nur mehr wenige Fische in dem früher so fischreichen Gewässer. „Der Wiesenbach ist eine Bachforellenregion mit 1a- Wasserqualität. Aber es gibt keine Fische mehr“, so Reiter nachdenklich. Durch den geringen Wasserstand hat der Reiher leichtes Spiel. Für steigende Fischbestände müssten mehr Lebensräume geschaffen werden.

„Der Wiesenbach ist eine Bachforellenregion mit 1a-Wasserqualität. Aber es gibt keine Fische mehr.“
Klaus Reiter, Kleinkraftwerksbesitzer

Reiter hätte sich anstelle des 70.000 Euro teuren Vertical-slot-Fischpasses eine andere Lösung gewünscht mit kleinen Becken, „die schauen natürlicher aus“. Mittels Wasserkraftschnecke sollen dabei die Fische nach oben transportiert werden. „Die Uni Wien hat mittels Kamera bestätigt, dass die Fische damit unbeschadet nach oben transportiert werden können“, so Reiter. Und das funktioniere mit geringem Wasserbedarf.

Der erhöhte Wasserbedarf durch die jetzige Lösung ärgert Reiter ebenfalls. „Uns wird das Wasser geraubt, das uns dann für die Energie fehlt“, erklärt der Kleinkraftwerksbetreiber. Die Aufstiegshilfe soll noch heuer fertiggestellt werden. Reiter hat außerdem das Gefühl, dass nur die Kleinbetreiber zu diesen Maßnahmen verdonnert werden, und nicht die großen Kraftwerksbetreiber.

Vertical-slot, wenn Platz nicht ausreicht

Erich Zeiner von der Abteilung Wasserbau beim Land NÖ verneint dies aber: „Es ist eine EU-Vorgabe, diese müssen alle durchführen, egal ob Groß- oder Kleinbetreiber.“ Er erklärt auch, dass der Vertical-slot-Fischpass dann zum Einsatz komme, wenn aus Platzgründen die Herstellung eines Umgehungsgerinnes nicht möglich ist. Aber Zeiner stimmt Reiter zu: „Es schaut nicht gut aus. Beton und Wasser sind nie schön.“