Richter zu Schlägerei-Beteiligten: „Nicht glaubwürdig“. Die Darstellungen der Angeklagten über ihre Schlägerei wegen eines Autoanhängers überzeugten den Richter nicht. Er sprach beide frei und verwies auf den Zivilrechtsweg.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Dezember 2019 (15:46)
Uneinigkeit über die Besitzverhältnisse eines Pkw-Anhängers endeten in einer Schlägerei.
Shutterstock.com /potashev aleksandr

Der Disput um einen Pkw-Anhänger auf einem Anwesen in St. Veit ging vor Gericht am Mittwoch weiter.

Ein 53-Jähriger und sein 48-Kontrahent mussten sich wegen Körperverletzung, Nötigung und gefährlicher Drohung verantworten. Die Männer sollen sich gegenseitig durch mehrere Schläge verletzt und mit dem Umbringen bedroht haben. Einer soll den anderen auch zum Verlassen des Grundstückes genötigt haben. Der 53-Jährige versuchte, durch ein medizinisches Gutachten die Schwere seiner erlittenen Verletzungen und seinen Anspruch auf Schmerzensgeld zu untermauern, auch Krankenbefunde sollten dies unterstreichen.

Er bekannte sich weiter als nicht schuldig, genau wie auch der 48-Jährige. Dieser wollte den Pkw-Anhänger vom gemieteten Anwesen des 53-Jährigen abholen, was dieser jedoch verweigerte, da er Anspruch auf dieses Vehikel stellte. Es sei sowohl in seinem als auch im Besitz des Bruders des 48-Jährigen.

Ein Wort soll dann das andere gegeben haben, bis schließlich das Verbalgefecht in einer Schlägerei ausartete, bei der Beide verletzt wurden. Der 53-Jährige will dabei eine Schädel- und Kehlkopfprellung, eine Zerrung im Bereich der Halswirbelsäule erlitten und auch die Zahnprothese verloren haben. Der Richter versuchte, die Verhandlung kurz zu halten. „Beide Angeklagten haben für mich ein massives Glaubwürdigkeitsdefizit. Es war bestimmt eine sich aufschaukelnde Situation“, meint er und betonte, dass er den Eindruck habe, dass der 53-Jährige in seiner Darstellung „maßlos übertreibe, auch durch die Inanspruchnahme eines stationären Spitalsaufenthalts.“

Da Aussage gegen Aussage stand, urteilte er einen Freispruch für beide Angeklagten. Bezüglich Schmerzensgeldeinforderungen verwies er auf den Zivilrechtsweg. Die Staatsanwaltschaft gab dazu keine weitere Erklärung ab.