Das plant der neue Abt Pius Maurer. Der Neo-Vorsteher des Stiftes Lilienfeld über Ziele, Amtsführung, Veränderungen und das Mountainbiken am Berg.

Von Markus Zauner. Erstellt am 21. Mai 2019 (04:19)
Stift Lilienfeld/Melanie Kudla
Abt Pius Maurer

NÖN: Haben Sie sich den Wahlausgang so vorgestellt?
Abt Pius Maurer: Die Abtwahl ist ein geistlicher Vorgang mit vielen Gebeten. Mit folgender Haltung bin ich in die Abtwahl hineingegangen: Der Heilige Geist wird uns durch die Wahl sagen, wer in der jetzigen Situation Abt vom Stift Lilienfeld sein soll. Ich hätte mir auch andere Mitbrüder für dieses Amt vorstellen können. Ich bin aber auch in die Wahl mit der Bereitschaft hineingegangen, die Wahl anzunehmen, wenn es mich treffen sollte.

Wichtig ist mir, dass die Mitbrüder bei Problemen und Sorgen Unterstützung bei mir finden

Wie skizzieren Sie Ihre wichtigsten Ziele?
Wichtig ist mir, dass die Mitbrüder bei Problemen und Sorgen Unterstützung bei mir finden. Ich wünsche mir außerdem viele gute Klostereintritte. Ich weiß, dass Berufungen ein Geschenk von Gott sind. Aber was wir als Klostergemeinschaft dazu beitragen können, möchte ich unbedingt fördern. Ein weiteres Ziel ist es, mitzuhelfen, die frohe Botschaft von Jesus Christus vielen Menschen näher zu bringen. Das kann besonders in der Pfarrseelsorge geschehen, aber auch durch diverse geistliche Angebote des Stiftes Lilienfeld (zum Beispiel Tage der Stille im Gästebereich des Stiftes, Aufnahme von Pilgern oder Exerzitien).

Mir ist grundsätzlich wichtig, alles Gute, das sich bewährt hat, zu bewahren

Welche Veränderungen wird es im Stift und seinen Pfarren unter Ihrer Führung geben?
Mir ist grundsätzlich wichtig, alles Gute, das sich bewährt hat, zu bewahren. Und wenn irgendwo Verbesserungen oder Veränderungen notwendig oder sinnvoll sind, möchte ich diese fördern. Bei Veränderungen sollte aber immer behutsam und unter Einbeziehung aller Betroffenen vorgegangen werden.

Was wird Sie in der Amtsführung von Ihrem Vorgänger als Abt, Matthäus Nimmervoll, unterscheiden?
Ich bin meinem Vorgänger Abt Matthäus sehr dankbar für sein wertvolles Wirken in den vielen Bereichen des Stiftes. Wenn ich alles aufzählen sollte, was er an Gutem gewirkt hat, müsste ich ein Buch über ihn schreiben. Weil jeder Mensch anders ist, ergeben sich automatisch Unterschiede in der Amtsführung.

Ich bin meinem Vorgänger Abt Matthäus sehr dankbar für sein wertvolles Wirken in den vielen Bereichen des Stiftes

Was schauen Sie sich im Gegenzug vom Altabt ab?
Es gibt einiges, das ich mir von ihm abschauen möchte, zum Beispiel seine Geduld, sein Zuhören können, seine Betonung des Geistlichen und der Seelsorge, seine treue und pünktliche Teilnahme am Chorgebet, sein unerschütterlicher Glaube, sein Humor und vieles mehr.

Die Nutzungsvereinbarung für die Öffnung der Hauptforststraße auf den Muckenkogel zum Mountainbiken läuft heuer aus. Treten Sie für eine Verlängerung ein?
Die Nutzungsvereinbarung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Strecke gut angenommen wird und die Fair Play- Bestimmungen, dank Unterstützung der Gemeinde und der Hüttenwirte, auch vom Großteil der Mountainbiker eingehalten werden. Die Forstdirektion des Stiftes Lilienfeld ist mit der Gemeinde im Kontakt und will zusammen mit den anderen an der Strecke beteiligten Grundeigentümern im Herbst die Gestaltung einer möglichen Verlängerung des Vertrages besprechen.

Was sind die Hauptaufgaben als Abt des Stiftes Lilienfeld?
Geistlicher Vater für die Mitbrüder sein — und dann alle die Aufgaben, die dem Stift mit seinen Mitbrüdern und Mitarbeitern anvertraut sind, als Letztverantwortlicher zu koordinieren. Dazu gehört als Hauptaufgabe des Stiftes Lilienfeld die Feier der Liturgie (Stundengebet und heilige Messe). Das Stift Lilienfeld hat außerdem viele Aufgaben als christlich-geistliches und kulturelles Zentrum, als Tourismusziel und als Eigentümer eines Wirtschaftsbetriebes. Bei der Erfüllung all dieser Aufgaben soll immer der christlich-soziale Aspekt mit dabei sein.